Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Erst Brexit, später Exit?

27.06.2016, Karl Scheffsky, Schwerin

Schon wieder eine Krise des Kapitals. Die Fremdbestimmung durch das Brüsseler Machtin­strumentarium der stärksten Teile des europäischen Kapitals unter sich entwickelnder deutscher Führung wurde von vielen, besonders sozialschwachen Briten als perspektivloser Weg empfunden. Ein erkämpftes Referendum hielten sie für ihre Chance. In Deutschland gibt es diese demokratische Möglichkeit nicht. So haben die Briten neue Bedingungen auf dem Kontinent im Kampf um Soziales und Profit sowie Krieg und Frieden ausgelöst. Es ist nicht verwunderlich das »Bild« fragt: Was ist jetzt zu tun aus Liebe zu Deutschland? Das mit dem Pragmatismus und Bauchgefühl kennen wir schon vom Wahlkampf der Linkspartei »aus Liebe zu MV«. Der frühere politisch realistische Präsident Heinemann (SPD) meinte einmal: Ich liebe nur meine Frau und nicht Deutschland. Politik macht man mit dem Kopf. Und Lenins Kopf hatte schon vor über 100 Jahren in seiner Schrift »Über die Vereinigten Staaten von Europa« die Unmöglichkeit eines solchen Gebildes unter kapitalistischen Verhältnissen nachgewiesen. Der Gedanke ist nun so aktuell, dass ich an unserem Lenindenkmal eine Tafelkorrektur für sinnvoll halte.

Karl Scheffsky, Schwerin

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.