Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Entenspaziergang

12.04.2018, Christel Plaumann, Rostock

Vor einigen Tagen, ich befand mich wie so oft, wenn das Wetter es zuließ, auf meinem Balkon. Ein ungewöhnliches Geräusch erweckte meine Aufmerksamkeit. Ich legte mein Buch zur Seite und schaute über die Balkonbrüstung. Ein junger Mann ging dort spazieren. Nicht etwa mit Hunden, das wäre ja nichts Besonders, sondern mit zwei wunderschönen, buntgefiederten Enten (Erpel). Wie bei einem Formationstanz, in gleichmäßigen Abständen trotteten sie hinter ihm her und befolgten seine Kommandos (Zunge schnalzen oder ähnliches). Ich war begeistert. Manchmal blieben sie auch zurück und mussten zum Weitergehen aufgefordert werden. Auf einer Bank machte Herrchen Pause, nahm ein Tier auf den Schoß und gab ihm ein paar Streicheleinheiten. Später, bei einer Zigarettenpause saßen sie brav zu seinem Füßen und warteten.

Solange es möglich war, habe ich die Drei mit meinen Blicken verfolgt und beobachtet. Ich erinnerte mich an gleich gekleidete Zwillingspärchen, die nicht ohne einander sein konnten oder mochten.

Tage vergingen, Ostern 2018 ist Geschichte, aber nun begann der viele Schnee auf dem Gehweg unter meinem Balkon zu tauen und es entstand eine ansehnliche Pfütze, wie gemacht für ein Entenbad. Sehnlichst wünschte ich mir meine Entenfreunde her.

Manchmal werden Wünsche wahr und gehen in Erfüllung. Am 4. April kamen sie wieder bei mir vorbei, und das ist kein verspäteter Aprilscherz. Ich habe mit dem Entenpapa gesprochen und ihn gebeten, uns doch öfter zu besuchen. Auch, dass ich die Geschichte aufgeschrieben habe. Er war sehr interessiert und wollte sie gern lesen. Kurz entschlossen habe ich mich an die Maschine gesetzt und sie abgeschrieben und dem jungen Mann, der sich noch in Reichweite befand, geschenkt. Ja, so kann man auch kleine Freuden machen und ich denke auch, dass sie noch des Öfteren hier vorbei kommen.

Manchmal gehen Wünsche also auch in Erfüllung, man muss nur fest daran glauben!

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