Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Endlich Frieden schaffen

04.08.2014, Brigitte Schneider, Warnemünde

Wenn ich mir die schrecklichen Bilder des Krieges aus dem Gazastreifen ansehe, wenn ich die verzweifelten Gesten der Mütter und vor allem die angsterfüllten Blicke und die Tränen der unschuldigen Kinder ohnmächtig und beinahe körperlich schmerzhaft mitempfinde, sehe ich gleichzeitig unsere Bundeskanzlerin emotionslos vor mir, die das alles als Recht der Selbstverteidigung Israels bezeichnet. Ich nenne das ein abscheuliches Kriegsverbrechen, wobei ich den Raketenbeschuss der gegnerischen Seite keineswegs unterstütze. Haben die Befürworter dieser israelischen Politik eigentlich alle historischen Hintergründe und Zusammenhänge vergessen, die mit diesem Konflikt verbunden sind? Seit 1948 werden Palästinenser aus ihrer Heimat vertrieben. Israel besetzt seit 1967 wiederholt fremdes Territorium und hat sich nicht an die UN-Resolution 242 vom 22. November 1967 gehalten, in der der Rückzug aus den besetzten Gebieten gefordert wurde und die willkürlichen Besiedlungsbauten aufzugeben. Es erfolgten keine Sanktionen. Es wurde kein Drohfinger der USA und anderer westlicher Staaten gezeigt. Im Gegenteil! Israel führ seit wenigen Jahren den vierten Bodenkrieg mit Luftunterstützung im Gazastreifen.

Frau Merkel, sollten Sie sich nicht endlich konsequent für die einzige Alternative einsetzen, die dem grauenvollen Tod unschuldiger Menschen auf beiden Seiten der Frontlinie ein Ende machen kann: Sofortiger Waffenstillstand, Verhandlungen mit dem Ziel, Schaffung von zwei gleichberechtigten Staaten, Israel und Palästina.

Und noch eins: Ich lasse mir von niemanden vorwerfen, ich sei ein Antisemit. Ich verurteile lediglich die Politik des israelischen Staates.

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