Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Endlager Lubmin

12.11.2010, Dr. Henriette Bettin, Greifswald

Wie werden wir belogen! Es wird verschwiegen und getrickst.

Es ist zu begrüßen, dass sich nicht nur Rügen sondern auch die Greifswalder Bürgerschaft gegen die Einlagerung weiterer Castorbehälter wehrt.

Aber warum hält man sich nicht an die bei der Errichtung des Atomzwischenlagers Lubmin gegebenen Versprechungen, das Lager Lubmin ausschließlich für den Atommüll aus Lubmin und Rheinsberg zu nutzen? Schon damals schmerzlich einzusehen als ehemalige DDR-Bürgerin.

Da wird aber das Zwischenlager überdimensioniert gebaut und man kann sich jetzt auch denken warum.

Da gehört das Zwischenlager zum Bund, vertreten durch die Energiewerke Nord, die für den Abbau der DDR-Meiler in Lubmin und Rheinsberg verantwortlich sind. Nun gehören plötzlich zu den Energiewerken Nord der Atomfrachter Otto Hahn, Karlsruhe und Geesthacht. Es fragt sich: Wer noch? Somit ist von rechtlicher Seite wohl Tür und Tor geöffnet für die Lagerung von Atommüll, egal woher.

Die größte Befürchtung ist, dass Lubmin zu einem Endlager mutiert, denn in ganz Deutschland gibt es offensichtlich keine geologische Struktur, die ein sicheres Atomendlager in absehbarer Zeit zulässt.

Somit wird eine Verlängerung der Laufzeit der Atomkraftwerke für die nachfolgenden Generationen unendlich teurer, falls man in einem anderen Land geologisch günstigere Strukturen für ein sicheres Atomendlager finden könnte.

Hinzu kommt, dass die Sicherung der Transporte für das Land MV Unmengen an Geld verschlingt. Wie aber soll man sich anders gegen diesen Irrsinn und gegen das ewige Aushöhlen von Versprechungen und Beschlüssen, siehe 1991 und 2004, wehren?

Deprimierend ist, dass alles eine Sache des Bundes ist. Aber müssen wir uns in MV alles gefallen lassen?

Man erhofft sich eine ruhige, alles hinnehmende Bevölkerung in MV. Aber soll Lubmin deshalb das Atomk1o des westdeutschen Atommülls werden?

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