Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Empörung über den Abschuss des Wolfshundes - OZ vom 29.10.2019

06.11.2019, Barbara Linkis, 18119 Rostock

Sie nennen sich Tierretter, werden von unseren Steuergeldern bezahlt und schießen einfach auf unschuldige gesunde Tiere, wie auf das aus dem Zirkus entlaufene Zebra und auf den Haushund, Mr. Blue.

Ohne sich die Zeit zu nehmen, um mühevoll, geduldig und einfühlsam das dem Besitzer entwichene Tier einzufangen, gehen diese „Helfer“ den Weg des geringsten Widerstandes und töten leichtfertig das Tier durch erschießen. Von Mitgefühl für die hilflose Kreatur, in diesem Falle mit dem Haushund und dem Zebra, wie man es besonders von diesen Angestellten der Tierrettung erwarten sollte, ist verwerfenswerter Weise nichts zu spüren.

Es ist doch nachvollziehbar, dass der sonst so friedliche Hund auf die Beamten der Tierrettung nicht freundlich reagierte, sondern seine Angst, bedingt durch die Stressfaktoren, den Böller, den Straßenverkehr, die fremde Umgebung, durch sein Knurren zum Ausdruck brachte.

Der Abschuss von dem Hund Mr. Blue und dem Zebra ist gesetzeswidrig.

Es dürfen keine Wirbeltiere ohne zwingenden Grund getötet werden, so besagt es das Tierschutzgesetz. Es besteht kein Grund einen Hund zu töten. Wer Augen im Kopf hat, um zu sehen, erkennt auch in beleuchteten Straßen, wie der Kröpeliner Straße, dass dieser Hund, Mr. Blue, nicht die äußerlichen typischen markanten Merkmale wie die eines Wolfes hat. (Ohren und Zeichnung der Augenbrauen). Das Fell eines Wolfes ist sofort erkennbar, da es dichter und etwas härter bzw. struppiger ist, wie das eines Haushundes, wie von Mr. Blue.

Ist es nicht traurig, dass sogar Kinder und Jugendliche von der brutalen Tat des Erschießens erschüttert sind und sich beklagen, dass man doch schon auf den ersten Blick auf dem Foto sieht, dass es kein Wolf ist.

Es ist eine faule Ausrede der Tierretter, dass diese einen Wolf vor sich hatten, um das brutale Erschießen zu rechtfertigen.

Die weitere unbegründete Variante ist: Wie sollte ein Wolf in ein bewegtes Stadtzentrum gelangen? Das ist völlig abwegig. In einem Stadtzentrum, das von Bürgern häufig begangen wird, darf nicht geschossen werden. Es hätte auch einen Bürger treffen können, wie beim Abschuss von Wild schon passiert.

Wie raffiniert: Aus dem Text geht hervor, dass von Seiten der Tierretter fälschlicher Weise geäußert wird, dass sich der „Wolf“ (Hund) in der Klosteranlage aufhielt (lt. Zeitungsbericht der Ostseezeitung über den Abschuss des armseligen Hundes).

Es ist ein Vergehen, eine ungerechte Handlung in diesem Falle von der Schusswaffe Gebrauch zu machen.

Auch das Zebra, was ungefährlich ist, wurde leichtfertig niedergeknallt. Durch Absperrungen mit entsprechenden Materialien und Geduld, hätte man das Zebra fangen können. So wurden sogar Raubtiere, die ausbrachen in weiteren Bundesländern mit Geduld und sachkundigem Verständnis eingefangen. Um die Rettung von Hunden und Katzen bemühten sich Tierfreunde in einigen Fällen tagelang, zur Freude der Familien, die glücklich ihr geliebtes Tier in die Arme nahmen.

Die Rostocker Tierrettung geht den geringsten Weg des Widerstandes und einige Mitarbeiter scheinen fehl am Platz zu sein für diesen eigentlich sinnvollen, helfenden Posten. Die dummen undisziplinierten Antworten, die viele Touristen am Telefon der Tierrettung bekamen, wenn diese um Hilfe bitten, zeigten sich auch in der Schwanenrettung.

Seit dem 14.09. bis zum 18.09. dieses Jahres baten Urlauber vergeblich um Hilfe für den notleidenden Schwan. So bekam ich die Antwort, es ist nicht möglich den Schwan zu retten und weitere ausflüchtende Antworten, oder es wurde gleich aufgelegt. Erst nachdem ich ins Wasser ging, um den Schwan zu beruhigen und ihn heranzulocken und mit eindringlichen Worten am Telefon nochmals mit der Tierrettung sprach, erschien der Leiter persönlich mit entsprechender Ausrüstung, um den Angelhaken geschickt aus dem Schnabel zu entfernen und befreite den Schwan von der umwickelten Angelschnur.

Als in Rostock eine Katze im Schacht eingeschlossen war, wies die Tierrettung die Hilfeleistung ab. Erst als wir Katzenfreunde im zähen, unermüdlichen Ringen nicht nachließen der wehrlosen Katze zu helfen, gelang die freudige Rettung der Katze. Die Katze wäre qualvoll dahingestorben.

Die Bezeichnung „Gefahrenabwehr“ wird in diesem Falle von der Tierrettung dazu benutzt, um den fahrlässigen Gebrauch von der Schusswaffe zu rechtfertigen, um die Bürger vor dem „bösen Wolf“ in der Stadt zu schützen.

Welch eine Ironie!

Ein Wolf mit seinen feinen Instinkten und klugen Charaktereigenschaften meidet zu Recht den Spezi - Mensch.

 

Barbara Linkis

Vorsitzende des Vereins

Tiere in Not Warnemünde e.V.

 

 

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