Mecklenburger Blitz Verlag

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Einsparungen

10.11.2015, Hartmuth Lorenz, Schwerin

Die neue Konzertsaison hat mit einem Paukenschlag begonnen. Neben Beethovens 4. Sinfonie war die Uraufführung einer sinfonischen Dichtung - »Der Geistkämpfer« (Gesänge nach Texten von Ernst Barlach) von Prof. G.A. Albrecht nach Armin Müller-Stahls Ausstellung nun schon das zweite künstlerische Highlight innerhalb einer Woche in Schwerin. Im 1. Sinfoniekonzert am 2. November, übergab der Komponist persönlich sein Werk als Geschenk an die Mecklenburgische Staatskapelle - ein großzügiger Akt, dem der Dank des Publikums, des Orchester-Vorstandes und des Dirigenten folgte. Prof. Albrecht betrat zuvor die Bühne und las mit sonorig-anrührender Stimme das vor, was auch im Programmheft hätte stehen können, aber nicht stand. Einsparung? Worauf sich viele Montags-Konzertbesucher immer freuten, die Einführung/Moderation zu Beginn, hatte man jetzt eingespart, eine rechtzeitige Ankündigung vor Anrechtskauf/Vertrag, eine Erklärung oder Entschuldigung ebenfalls. Diese großartige Saisoneröffnung mit Uraufführung haben sich die Kultur-Verantwortlichen der Landeshauptstadt auch »gespart«, obwohl sie ständig von »Kulturhauptstadt« reden und Einsparung meinen. Über zehn Prozent Preiserhöhung für das Konzertabo 15/16 und dabei das Angebot kürzen, diese Methode sollte man sich sparen. Das ist einem »Kulturtempel« unwürdig. Der längst fällige Wegfall des Garderoben-Euros ist dagegen ein positives Beispiel für Einsparung. Obwohl jedes Orchestermitglied, jeder freischaffende und hauseigene Musikwissenschaftler damit zufrieden wäre und Interessantes zum Werk, zum Komponisten vortragen könnte, zur Freude der Abonnenten. Das öffentlich zu machen, konnte ich mir nicht sparen.

Hartmuth Lorenz, Schwerin

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