Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Einladung an Herrn Wruck zu einer besonderen Tour durch Deutschland

01.06.2016, Martina Plischka, Plau
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Sind ja bald Wahlen von Frau Nörenberg"
im Schweriner Blitz vom 01.05.2016

Bezüglich der e-Mail von Frau Nörenberg über Herrn Wrucks Glosse bezüglich einer Phobie der Deutschen gegen alles fremdländische bzw. amerikanische, sei diesem Journalisten gesagt: Herr Wruck, ich kann Sie beruhigen, wir sind bereits fast dort, wohin Sie dieses Land offenbar gerne hätten.

Vielleicht nehme ich Sie mal mit, auf eine Sightseeing Tour durch die Großstädte dieses Landes. Bitte folgen Sie mir unauffällig nach Köln, Hamburg, Berlin, Frankfurt usw., ich lade Sie ein zu einer touristischen Tour, der besonderen Art.

Dann können Sie sehen, wie fantastisch sich unsere inländischen und ausländischen Mitbürger und Mitbürgerinnen in diesem Land der vielfältigen Möglichkeiten, bereits nach US-Manier eingerichtet haben. Am besten treffen wir uns um 5.00 Uhr in den Innenstädten, kurz vor der Räumung der Laden-Eingänge und Passagen durch die privaten Sicherheitsdienste. Da liegen sie, eine wachsende Anzahl von Campern. Sie sind teilweise in komfortable Schlafsäcke gehüllt, manche bestechen durch ihre Kreativität bei der Herstellung ihres neuen Obdachs und basteln aus hochwertigen Kartons und Zeitungen neue Kreationen. (Sie können gerne nachsehen, ob der Blitzanzeiger, mit Ihren guten Kommentaren auch dabei ist.)

Dann gehen wir durch die Fußgängerzonen des Landes, bei der ebenfalls viele sehr kreativ sind in der Ausgestaltung der Arbeit. Sie dürfen dort ruhig öfters als gewöhnlich, die Geldbörse als Wegzoll zücken. Gerne wird Ihre Tasche auch um die Schwere dieser Börse erleichtert.

Anschließend geht es weiter in Richtung Außengastronomie, wo hunderte Wartender Schlange stehen, um in den Genuss von teilweise fast abgelaufenen Lebensmitteln zu kommen. Viele genießen mitsamt Kindern die Gastronomie der Suppenküchen dieses Einheitslandes, die ihnen so gefällt, da kommt man gerne jeden Tag wieder. Übrigens auch eine Erfindung aus den USA . Eine super Erfindung einer amerikanischen Unternehmensberatung. Eine wirklich vorzügliche, clevere Idee: zunächst setzt man die Leute aus Kostengründen vor die Tür der Unternehmen, dann entdeckt man sein mildtätiges Herz und darf dies mit Suppenküchen und „Der Tafel“ unter Beweis stellen. So funktioniert kostenlose Werbung, man muss nur wissen, wie.

Dann geht es weiter in Richtung Kindergärten und Schulen, wo die hoch motivierten weil dafür bestens bezahlten und zahlreichen Erzieher und Lehrer nur darauf warten, den Nachwuchs, der mittlerweile in allen Sprachen kommuniziert, irgendwie unter einen Hut zu bekommen. Es ist wie in den USA!

Manche, die damit nicht einverstanden sind, schicken ihren Nachwuchs auf private, teure Schulen, auch ein Zeichen der Annäherung, wie ich meine.

Es geht weiter, in Richtung Sperrbezirke, wo sich bereits viele der Polizeikräfte nicht mehr hin wagen, da sie dort nur allzu freundlich empfangen werden. Vielleicht sollten Sie sich da gut vorbereiten, in die Bronx wagt sich auch keiner ohne Schuss sichere Weste und Bewaffnung zum Selbstschutz. Dann können Sie sich gerne im vorherigen Schießtraining beweisen, ob der erste Treffer auch direkt dort sitzt, wo er hin soll. Sonst testet dies garantiert ihr Gegenüber und dann kann ich Sie nicht mehr weiterführen zur Polizei, die von einem Einbruchs- und Raubüberfalleinsatz zum nächsten eilt, mit grotten schlechter Aufklärungsbilanz.

Vielleicht nehmen Sie auch einmal an einem Einsatz einer Bürgerwehr teil, die es satt haben, immer wieder ausgeraubt und ausgeplündert zu werden. Spätestens nach dem 2. Einbruch fliegen sie als Versicherungsnehmer aus ihrer Versicherung, da sie als Versicherter den Gesellschaften einfach zu geworden teuer sind. Selbst schuld, wenn man in solchen gefährlichen Gegenden wohnt.

Ach ja, und auch das ist typisch für die deutsch-amerikanische Freundschaft: Die inländischen Waffenkäufe sind steil in die Höhe geschossen.

Da lohnt sich doch eine Spekulation in Aktien von diversen Waffenherstellern, oder nicht?

Also, genau wie die Politiker der meisten Volksparteien, dürfen sie sich entspannt zurücklehnen, die Annäherung an den Großen Bruder ist bereits seit der Wende, in vollem Gang und wird bald abgeschlossen sein. Sollte die Wahl in den USA zu Ungunsten des Donald Trump gehen, kann er sich als deutschstämmiger Milliardär, wieder eindeutschen lassen und hier das höchste Amt anstreben. Sicherlich werden wir uns auch diesbezüglich annähern, und einige der Vielzahl von Milliardären sich bemüßigt fühlen und in den Wahlkampf steigen. Sicherlich werden dann etliche, der vielen Camper, aufstehen um mit den Zeitungen in der Hand, ihren zukünftigen Gönnern zu zuwinken.

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.