Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Eine weitere Lachnummer?

22.08.2014, Kurt Feustel, Stralsund

Der I. Teil ist durch, siehe Blitz vom 27.10.13. In Teil II geht es um die Ehrenbürgerschaft des ehemaligen OB. Aktuell sind 60% der Meldungen zum Thema dagegen. Das ist ungerecht. Man muss die Ja-Sager beflügeln. Dazu die folgenden Anregungen. Federführend in der Inszenierung ist wie in Teil I. wiederum Herr Hennig, vormals Bürger der Stadt. Das allein sollte schon zum »Ja« genügen. Trotzdem einige weitere Argumente: Gewichtig ist, wie der Vorschlag auch begründet wird. Da ist also der Ex-OB in der Wendezeit selbst mit dem Lkw nach Kiel gefahren, um Lebensmittel zu besorgen. Für sich? Die Läden waren zu Beginn seiner Amtszeit doch längst voll! Traute er dem Frieden nicht? Bedeutsam ist auch, wie Herr Adomeit, Mitglied der 2-Mann-Gruppe in der Bürgerschaft, dem Vorschlag tiefen Sinn gibt, indem er nichts begründet. Vormalige Vorwürfe wegen Untreue, Prozessbetrug und Unregelmäßigkeiten bei Dienstfahrten? Schiefläufer. Bürger Adomeit wurde offensichtlich neu eingefügt in die Inszenierung. Alle seine früheren Vorbehalte gegen diesen OB hat er überblättert. Er wird ihn selbst in die Bürgerschaft einbringen. Den Vorschlag. Wenn die CDU auf ihn zukommt. Ein Königsmacher aus dem Nichts. Gewaltig, Egon. Anbiederung? Selbstlosigkeit!

Die Amtszeit dieses OB verdichtete sich zur parlamentarischen Regentschaft. Dass ist sogar ein Markenzeichen! Eines seiner Verdienste! Es wurde nur noch dekretiert. Unpässliche Fragen und Forderungen hatten keine Chance. Die Stimmung in Kleinteilen der Bürgerschaft und in Großteilen der Stadt wurde dabei jedoch zunehmend etwas dünn. Die kommunale CDU erkannte die Gefahr, wusste zuletzt aber nicht mehr so recht, wohin mit ihrem Frontmann. Heute weiß sie es wieder. In die Galerie und in die Ehrenbürgerschaft. Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen den Ex -OB. Gerichtlich verantworten musste er sich jedoch nicht. Das ist ehrenbürgermäßig. Ein Verfahren wegen Untreue und Prozessbetrug drohte hingegen. Jedoch wurde es gegen ihn aus gesundheitlichen Gründen eingestellt. Glück im Unglück? Sein Anwalt, Rechtsanwalt Hans-Jörg Schüler, wurde immerhin wegen Untreue verurteilt. Das Verfahren soll jedoch neu entfaltet werden. Springt dabei am Ende vielleicht noch ein weiterer Verdienst heraus? Einen würdigen Hintergrund zur Ehrenbürgerschaft des ehemaligen OB bilden auch noch andere Leistungen. Das Stadthallenprojekt etwa. Mühsam abgewendet. Die späterhin gerichtlich festgestellte Untauglichkeit der Entlassung von zwei Vorständen der Sparkasse, weil diese deren Privatisierung ablehnten, gehört auch dazu. Verdächtigungen, wonach über die Kanzlei Lastovka und Schüler aus einer Art Schneeballeffekt erheblicher Nutzen für ihn aus der Privatisierung entstanden wäre, verbieten sich. Es ging nur um das Wohl der Stadt.

Diese Kanzlei war wiederholt in der Amtszeit des OB in Auseinandersetzungen und in geschäftliche Abschlüsse der Stadt einbezogen. Ein wunderbar kurzer Weg zwischen Stadt und deren Vertretung. Wer kann da ernsthaft etwas dagegen haben? Es ging dabei gleichfalls nur um die Stadt. Auch der heutige Palast, den der ehemalige OB in seiner Amtszeit zu erstehen vermochte, entspricht diesem Anliegen. In einer Platte etwa kann man nicht repräsentieren.

Weitere Verdienste bei alledem? Natürlich. Es boten sich dazu Möglichkeiten. Doch vergessen

wir nicht den Großen B.B.: Niemand schafft Verdienste allein. Er braucht mindestens einen Koch. Auch in Stralsundia. Dieser müsste in die Würdigung mit einbezogen werden. Ich wünsche Herrn Lastovka anlässlich seines 70. Geburtstages vor allem Gesundheit. Kurt Feustel

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