Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Ein Vergleich als Gegenüberstellung

03.05.2019, Hartwig Niemann, Rostock

Gegenüber die „WELT AM SONNTAG“ vom 14.04.2019 äußerte sich Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang im Zusammenhang mit dem Hinweis, dass es in Deutschland islamistische Familien gibt darüber, dass es im Einzelfall notwendig sein wird, auch Minderjährige aus diesen Familien im Einzelfall nachrichtendienstlich zu überwachen. Es sind also Kinder deutscher Dschihadisten die überwacht werden sollen. Wenn diese Situation wirklich eintreten sollte, dann kann ich mir kaum vorstellen, dass dieses Vorhaben ohne Kontaktaufnahme mit einigen dieser Minderjährigen erfolgreich sein wird, ohne die Eltern einzubeziehen,

Stellt man sich die Frage nach dem Warum? Kommt man gedanklich unweigerlich zu einer Gegenüberstellung mit einem Thema, dass am 2. Mai 2019 um 19 Uhr aus dem Neuen Studio des Nordmagazins über den Bildschirm rollte und den Titel trug: „DDR: 500 Minderjährige arbeiteten für die Stasi“.

Meine Güte! Da wird die Zahl 500 in den politische Äther geblasen, ohne irgendwelche konkrete Anhaltspunkte zu haben. Man wiederspricht sich sogar. „Die genaue Anzahl der Jugendlichen, die für die Stasi gearbeitet haben“, so der Forscher aus der Stasiunterlagenbehörde Berlin „kennen wir nicht“ (das Nordmagazin kennt sie natürlich – es sollen 500 sein). „Jugendliche IM unter 18 sind durch das Stasiunterlagengesetz gesondert geschützt, deren Akten dürfen nicht herausgegeben werden (wie aber kommt das Nordmagazin auf die Zahl 500?) Der Stasiforscher dazu, „wenn man nicht an die die Akten herankommt, kann man das auch schlecht.“ beurteilen.“

Das war wieder einmal ein Schuss vor den Bug des großmäulig posierenden Nordmagazins. Hier entsteht bei mir der Eindruck im Vergleich mit dem Vorhaben des Bundesamtes für Verfassungsschutz wieder eine neue „Büchse der Pandora“ zu öffnen, nur um von einer bereits gedanklich vorliegenden „Dschihadisten – Pandora“ abzulenken. Pfui! kann ich nur noch sagen.

 

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.