Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Ein hohes Gut

14.06.2016, Siegfried Spantig, Hagenow

Natürlich hat uns die Einheit auch viel eingebracht, zum Beispiel das hohe Gut der freien Meinungsäußerung. Diese Aktivität will aber auch gelernt sein. Drei Beispiele: Ein Leserbriefschreiber sagt seine Meinung, ein anderer hält dagegen, verwechselt dabei aber Sache und Person, sagt zum Beispiel, wie es ihm einmal vor Gericht ergangen ist und meint, damit ist 15 Jahre Gerichtsberichterstattung richtig dargestellt, der Autor möge überlegen. (Ist übrigens in dem Buch »Land und Leute IV« geschehen). Passt also nicht zusammen, wird kein gutes Paar Schuhe. Im zweiten Beispiel ist das angebotene Paar Schuhe zu groß geraten. Der Leserbriefgemeinschaft wird angeboten darüber nachzudenken, ob ein Schreiber, der mit 16 Jahren in sowjetische Kriegsgefangenschaft geraten ist, nicht doch auch zu den Kommunisten gehört hat, die Gefangene besonders hart herangenommen haben. Und das zur Rede stehende hohe Gut hat auch seinen eigenen Sinn, verlangt Anwendung, wenn zweifelsfrei geboten. Z.B. In einer Landstadt bei uns wurden im Zuge der friedlichen Revolution auch alle Straßen und Plätze gefegt. Und selbst der Genosse Breitscheid hatte das Weite zu suchen. Noch heute wartet er auf die Wiederherstellung seiner Ehre in jenen Mauern. Zeit wird es, den von allen Türmen des Landes leutet es eindringlich, du sollst auch die Märtyrer der Arbeiterklasse ehren.

Siegfried Spantig, Hagenow

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