Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Ein Hagenower

14.07.2015, Siegfried Spantig, Hagenow

Ob das nur Ansehensverlust für eine mecklenburgische Landstadt ist, das wird der eine so, der andere so sehen, was die friedliche Revolution, für die auch die Menschen in Hagenow in die Kirche und auf die Straße gingen, auch hinter sich herzog: Das zuletzt als Schule dienende ehemalige Amtshaus, ein schöner, großer Fachwerkbau, verfällt. Das solide dastehende Landrats­amt beherbergt keinen Landrat mehr. Das ehemalige kaiserliche Postamt, zuletzt sogar Fernmeldeamt, steht leer. Die vor 1900 gegründete Molkerei, zuletzt Danone, läuft aus. Das Gebäude des Stadtbahnhofes ist als Bahnhof tot. So steht es auch mit dem Käsewerk, das von den Mitbewerbern mit Hilfe gezielt eingesetzter Billigpreise erledigt wurde. Das klassizistische, unter Denkmalschutz stehende Bahnhofsgebäude in Hagenow Land verkam zusehends, bis es jetzt in private Hand ging. Von der Ruine auf den Kalkstücken, der Konsum Großbäckerei, sprach ich schon einmal. Aber das 1935 errichtete repräsentative Rathaus steht noch. Und da zieht nun wieder ein Roter, ein Linker ein. Da kann ja nur noch alles besser werden, zumal der neue oberste Stadtmeister ein Hagenower ist.

Siegfried Spantig, Hagenow

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