Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Ehrensold und andere Geldgeschenke

01.03.2012, S. Kindel

Welch eine Freude. Nun braucht die Schwiegermutter von unserem ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff nicht mehr herzuhalten, um Tochter und Schwiegersohn einen Sylt-Urlaub zu finanzieren. Wie wir wissen, mussten die Ärmsten eisern sparen und nur mit Hilfe des Geldgeschenkes von Mutti war es möglich, dass sie sich diesen Urlaub leisten konnten. Doch diese Durststrecke ist nun vorbei. Nicht oder mangelhafte Leistungen werden nämlich auch im Nachhinein belohnt. Der Ehrensold machts möglich. Knapp 200.000 Euro wird der Ex-Bundespräsident jährlich nun bis zum Lebensende erhalten und wenn er recht sparsam ist, wird das neben seinen anderen Einkünften sicher ausreichen, noch den einen oder anderen Urlaub auf Sylt oder irgendeiner anderen Insel, die Treffpunkt der Prominenten ist, zu verbringen.

Den Ehrensold damit zu begründen, dass ja nun einmal die Gesetze so seien und ihm dies zustehe, kann als Begründung nicht standhalten. Gesetze sind von Menschen gemacht und können auch von ihnen wieder geändert werden. Sie sind nichts Unumstößliches. Wer sich trotzdem an diese Begründung klammert, sitzt wahrscheinlich mit im Boot der Privilegierten und hat Angst, dass ein Stein ins Rollen gebracht wird und auch andere finanzielle und materielle Zuwendungen auf den Prüfstein gestellt werden.

Wer ein bisschen Ehre im Leib hat, würde angesichts der ganzen Umstände und Begleiterscheinungen, die zum Rücktritt als Bundespräsident führten, den Ehrensold ablehnen. Aber den Schneid lassen sich viele vom Geld abkaufen.

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