Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Diktatur des Friedens

23.07.2012, Karl Scheffsky

Während bei uns der Sommer nicht so recht auf Touren kommen konnte, verbrachte ich in Kuba erholsame Tage bei mucho sol (viel Sonne), azurblauem Himmel, Tag für Tag 35° C und manchmal auch mit einem Ausflug zum hellen Strand und ins türkisfarbene Wasser mit 28° C.

Damit nicht genug. Essen und Trinken ist in Kuba ohne Preisaufschlag meistens Bio. Das gibt die landwirtschaftliche Struktur des Landes her. Was viele Touristen angenehm überrascht. Ebenfalls genießen sie dort mit Abstand die größte Sicherheit im ganzen amerikanischen Raum. Und was für mich neu war: Der Übergang von der Spezialperiode zur Leistungsgesellschaft mit vielen ökonomischen Privatinitiativen nimmt offensichtlich Fahrt auf. Das Treiben der Kubaner wird vielfältiger und bunter. Dem ausländischen Besucher kommt dabei ebenfalls so manches zu Gute. Deutlich ist aber auch, dass das Land an der Sozialismus- und Friedensdoktrin festhält. So sah ich z.B. politische Losungen und viele Friedenstauben neu plakatiert.

Ganz andere Wahrnehmungen verfolgten mich kurze Zeit später im schönen grünen Deutschland. Überrascht wurde ich, als ich nicht weit von meiner Wohnung die vietnamesische Gaststätte ausgebrannt sah und die Täter mit Hakenkreuzen ihre Gesinnung signalisierten. Da fragte ich mich unwillkürlich: »Was ist nun besser, eine Diktatur des Friedens oder eine Demokratie, die die Herrschaft des Finanzkapitals, den Einsatz in Afghanistan und solchen faschistischen Terror ermöglicht?«

 

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