Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Die Wurstelei geht weiter

15.07.2015, Hartwig Wischendorf, Schwerin

Es war zu befürchten, dass es so kommen würde. Wer ständig die Notwendigkeit betont, die Griechen im Euro halten zu müssen, kann zu keinem anderen Ergebnis kommen. Die Hoffnung auf ein Ende der Insolvenzverschleppung hat sich nicht erfüllt. Die Wurstelei geht weiter. Dass die nun mit ernster Miene als Verhandlungserfolg verkündeten Maßnahmen Griechenland in die Erfolgsspur bringen könnten, ist mehr als zweifelhaft. Der politische Wille ist in Griechenland nicht vorhanden, solche Maßnahmen zu akzeptieren. Tsipras selbst hat sie vorher abgelehnt und sein Volk darüber abstimmen lassen. Die nächste Hürde im griechischen Parlament, könnte noch genommen werden. Aber wie eine Umsetzung dann funktionieren könnte, ist schwer vorstellbar. Die Eigenverantwortung für die Misere ist in Griechenland nur schwach entwickelt. Schuld sind die Anderen, vor allem die Deutschen. Alte Feindbilder entstehen neu. Der Euro, der als Katalysator für die europäische Einigung dienen sollte, hat sich als Sprengsatz entpuppt. Kann es noch schlimmer kommen? Offenbar ja. In nicht allzu ferner Zeit, nachdem weitere Milliarden versenkt worden sind, wird sich die Nutzlosigkeit dieser Vereinbarungen zeigen. Weitere Gipfeltreffen sind zu erwarten. Wie es aussieht, befinden wir uns, dank der Unfähigkeit unserer Politiker, in einer Endlosschleife.

Hartwig Wischendorf, Schwerin

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