Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Die Pflege – Ein schier unlösbares Problem

02.03.2018, SoVD Landesverband MV, Rostock

In allen Programmen der Parteien und Regierungen seit der Vereinigung spielt die Demografie eine wichtige Rolle und daraus abgeleitet das Problem der Pflege. Vieles ist geschehen, Pflegeversicherung, Pflegestufen, Pflegegrade usw. wurden eingeführt. Ungute Entwicklungen sind mit der fast vollständigen Privatisierung der Pflege in Gang gesetzt worden. Immer weniger von den individuellen Beiträgen der Versicherten wird in qualitätsvolle Pflege auch tatsächlich umgesetzt. Der z. T. künstlich gepuschte Mangel an Pflegekräften führte zur Delegierung von Leistungen durch Pflegkräfte auf weniger oder gar nicht qualifizierte Pflegehilfskräfte. Die in vielen Bundesländern, u. a. in MV, zu zahlenden Ausbildungsentgelte durch die Auszubildenden selbst schrecken ab. Die Generalisierung in der Ausbildung der Pflegeberufe Kinderkrankenpflege, große Krankenpflege, Altenpflege führt zu einem weiteren Mangel wegen der generell schlechteren Bezahlung im Altenpflegebereich. Die angestrebte Einrichtung von Pflegekammern wird einen Schwarzmarkt für Pflegekräfte zur Folge haben. Die GroKo kündigt die Einstellung von 8.000 Pflegekräften an, ausgebildeten Pflegerinnen und Pflegern. Die sind weit und breit nicht zu sehen, auch keine Bewerberinnen und Bewerber. Das Vorhaben der GroKo entlarvt sich also von selbst. Es soll Beruhigung bringen und Kritiker zum Verstummen. Die dauernde Darstellung einer zu erwartenden »Pflegebedürftigkeit für alle« soll auch den Widerstand gegen weitere Beitragserhöhungen in der Pflegeversicherung brechen. Die Zahl 8.000 ist schon an sich lächerlich. Es gibt keinen Pflegedienst, der nicht über Mangel an einstellbaren Pflegekräften klagt. Es gibt keine Pflegeeinrichtungen, in denen Betroffene und Angehörige nicht über negative Auswirkungen des Personalmangels berichten. Und die Zahl der zu Pflegenden steigt. Auch die neuen Pflegerichtlinien haben dazu beigetragen und zwar ganz wesentlich, indem der Kreis der als pflegebedürftig Anzuerkennenden relativ willkürlich ausgedehnt wurde. Auch der SoVD hatte davor gewarnt, dass damit die Leistungen für die bisher schon anerkannten Menschen, dann nicht mehr zu erbringen seien und dass ein solches, insgesamt begrüßenswertes Gesetz, deshalb von vielen flankierenden Maßnahmen zu begleiten sei. Dies ist nicht erfolgt.

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