Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Die Luft wird dünner...

19.02.2014, Helge Reiber, Wismar

Es ist Mittwoch der 19. Februar 2014, 9.45 Uhr...durch den Lärm der Kettensägen werden die Anwohner der Häuser Professor Frege Straße 62-68 aus der vormittäglichen Ruhe gerissen. Und da fällt schon die erste der beiden alten Tannen mit dem Geräusch berstender Knochen...wenig später gefolgt von der zweiten. Warum musste das sein? Nach Auskunft der Wobau als Grundstückseigentümer hatten sich mehrere Mieter von Erdgeschoßwohnungen darüber beschwert, dass es in ihren Wohnungen dunkel gewesen sei. Das ist nachvollziehbar - aber dafür mussten dann 2 alte Bäume sterben? Wie lange die Bäume dort gestanden haben weiß ich nicht, dafür müsste man die Jahresringe zählen. Aber über eines bin ich mir sicher: die Bäume waren schon länger da, als die Mieter...und so wie dort in der Professor Frege Straße werden überall um uns herum Bäume und Sträucher abgeholzt, weil sie den Interessen der Menschen im Wege stehen oder weil sie, wie es mir vor ein paar Tagen ein älterer Mann bei einem Waldspaziergang sagte, eben nur ein "Wirtschaftsgut" sind. Es ist erschütternd, wie sorglos wir mit unserer Erde umgehen, wie leichtfertig Leben zerstört wird, wie unbedacht wir uns unser eigenes Leben verschlechtern und anderen Wesen unserer Natur die Existenz zerstören. Unsere Bäume sind Lebesraum für viele Tiere, sie sind der natürliche Filter der Luft, die wir atmen. Der Mensch sägt mit jedem Schnitt in einen Baum an dem eigenen Ast, auf der er sitzt. Ich hoffe, das die Menschen endlich erwachen und nicht immer nur ihre eigenen Interessen über Alles stellen. Vor allem sollte der Mensch nie vergessen, was er eigentlich ist: er ist ein genauso kleiner Bestandteil dieses Wunderwerks Natur, wie es jedes einzelne Blatt an einem Baum ist.

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