Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Die Krim und Diego Garcia

02.12.2018, Hartwig Niemann, Rostock

 

 

Wenn ich heute die Ereignisse um die Krim mit der Stützpunktpolitik der USA in den vergangenen Jahren vergleiche, stelle ich mir die Frage, warum regt dieser US- Präsident Trump sich im Zusammenhang mit der Krim-Krise so auf. Anscheinend ist ihm nicht bekannt, wie die USA mit den Einwohnern von Diego Garcia umgegangen sind, nachdem die Insel 1965 durch Großbritannien aus dem Verwaltungsbereich Maritius ausgegliedert wurde. Die Insel wurde danach von Großbritannien für 50 Jahre an die USA verpachtet. Und was machen die USA?

In den folgenden Jahren wurden die Einwohner allmählich nach Mauritius und auf die Seychellen zwangsumgesiedelt, während militärische und geheimdienstliche Strukturen der USA aufgebaut wurden. Der Regierung von Mauritius wurde eine Entschädigung für die Zwangsumsiedlung zugesagt. Aber das Geld floss nur spärlich, und da die Einwohner, Nachfahren von afrikanischen Sklaven, lediglich kreolisch sprachen und Analphabeten waren, konnten sie sich in der neuen Umgebung schlecht integrieren und endeten vorwiegend in den Slums von Port Louis.

 

Diese Insel ist für die USA wichtig, um für weltweite Einsätze ihre Bombenflugzeuge zu starten, wie im Krieg gegen den Irak, der auf Lügen aufgebaut war. Es gibt also einen gewaltigen Unterschied zu Rußland. Während die Ukraine an Russland grenzt und im Verteidigungsbereich der Russen liegt, weil die NATO dort präsent werden will wie in den Baltischen Staaten, liegt die Insel Diego Garcia weit entfernt von den USA als Atoll im Indischen Ozean.

 

Jetzt fällt die Bundeskanzlerin nicht nur auf diesen US-Präsidenten „mit der großen Klappe“ rein. Sie fällt auch auf den immer aggressiver werdenden Generalsekretär der NATO Herrn Stoltenberg herein, der anscheinend Befürchtungen hat, dass die Angehörigen der NATO arbeitslos werden. Aus diesen Gründen hat er jedenfalls schone seine Bereitschaft zum Handeln verkündigt, falls es in der Ukraine in der Auseinandersetzung mit Rußland brenzlig werden sollte. Nicht umsonst haben deutsche Gebirgsjäger beim letzten Manöver in Norwegen schon einen Einsatz geübt, falls es zwischen Rußland und der Ukraine zu einer militärischen Auseinandersetzung kommen sollte.

Die Bundeskanzlerin soll jetzt zwischen den Konfliktparteien die bestehenden Auseinandersetzungen schlichten, um eine militärische Auseinandersetzung zwischen der Ukraine und Rußland zu verhindern. Daraus wird nichts, weil der ukrainische Präsident nicht von seinem Wunsch abgehen wird, dass die NATO sein Verhalten gegenüber Russland unterstützt – natürlich nicht im demokratischen Freiheitsbereich und auf diplomatischer Ebene, sondern im militärischen Bereich durch Lieferung von Waffen etc.. und der Möglichkeit eines Einsatzes der NATO direkt am Ort des Geschehens,

Wer sich jetzt dem Gedanken hingibt, dass Putin die gebaute Krimbrücke wieder abreißen wird, wenn die Bundeskanzlerin mit ihm spricht, ist ein Träumer. Das Treffen in Buenos Aires hat gezeigt, dass Putin hart bleiben wird. Das Nichtzustandekommen einer Annäherung zwischen der Bundeskanzlerin und Präsident Putin in Buenos Aires hinsichtlich des Problems Ukraine, ist für mich der Beweis.

In meinen Augen ist die Bundeskanzlerin befangen und für so eine Vermittlung nicht geeignet. Das lässt sich auch beweisen, obwohl sie von den Medien als „Super“ hochgejubelt wird. Die Bundeskanzlerin steht voll auf der Seite der NATO. Diesbezüglich stößt mein Vorstellungsvermögen nicht nur auf Unverständnis, sondern auch auf die Wahrheit in wessen Interesse die Bundeskanzlerin ihre Verhandlungstaktik führen wird. Sie war es doch, die für die NATO ein UN-Mandat des weltweiten Einsatzes der NATO erreichen wollte. Das wäre nach ihrer Auffassung „revolutionär“. Ich halte das für aggressiv bis zum Gehtnichtmehr.

Ich werfe der CDU vor, dass deren Politiker mit der Bundeskanzlerin nicht in der Lage sind ein gesundes Verhältnis zu Rußland herzustellen. Nur miteinander zu reden, reicht nicht aus. Die Sanktionen müssen weg. Passiert das nicht, dann wird diese verkorkste CDU-Politik dazu führen, dass der Schatz des Priamos oder das Merowinger Gold nie nach Deutschland zurückkehren werden.

 

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