Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Die Kirche reformieren

15.11.2013, Manfred Butter

Zum Reformationstag hatte die Nordkirche Schwerin mit dem neuen Bischofssitz, mit 160 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur, zum Jahresempfang in die Stralsunder Nikolaikirche eingeladen. Wenn auch der Greifswalder Bischof Hans-Jürgen Abromeit eine neue Asylpolitik fordert, eine Bonner Theologie-Professorin einen Vortrag unter dem Titel »Christsein zwischen Staat und Kirche« hielt, und der Ministerpräsident von Meckpomm, Erwin Sellering (SPD), die Bedeutung der Kirche würdigt so muss man auch kritisch bemerken, dass die Verfilzung von Staat und Kirche in der Bundesrepublik Deutschland einmalig auf der Welt ist. Die Trennung beider steht nur auf dem Papier! Die Politik sollte endlich mit einer »Flurbereinigung«, eben mit einer Reformierung dieser objektiven Realität beginnen, und vorallem den Finanzhaushalt der Kirchen offen darlegen!

Es kann nicht sein, dass der Pfarrer auf der Kanzel einer jeden Kirche sich in der Sonntagspredikt als Bettler hinstellt, und der Kirchendiener nach dem Gottesdienst mit einer »Sammelbüchse« die Gläubigen um eine Geldspende ersucht, obwohl die Deutsche Kirche den märchenhaften Ruf als eine der reichsten Institutionen der BRD hat. Sie gilt als Synonym für Wirtschaftsmacht meinen die Wirtschaftsexperten des Landes; und demzufolge müssen die jährlichen Milliarden Euro Geldschenkungen vom Staat an die Kirche umgehend aufhören! Denn auch das Land Meckpomm vergibt jährlich 14,6 Millionen Euro als Jahrhundert alte Ansprüche durch »Verträge mit Ewigkeitscharakter« an die »Illusion Gott«. Kaum jemand weiß, dass die Löhne und Gehälter bei kirchlichen Einrichtungen, bis hin zum Monatslohn von Pastoren und Bischöfen nicht von der Kirchensteuer, sondern die Steuerabgabe eines jeden Steuerzahlers des Landes dafür herhalten muss!

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