Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Die historische Stätte

17.10.2014, Manfred Butter, Stralsund

»Wenn ich an den zweiten Weltkrieg denke, schäme ich mich Deutscher zu sein.«

Letztendlich hat Deutschland einen ungerechten Krieg gegen die damalige Sowjetunion und den Rest der Welt geführt. Viele Menschen auf beiden Seiten der Front mussten dabei ihr Leben lassen. Nicht die Sowjetunion, sondern Deutschland war Urheber auch der vielen Toten der Roten Armee. Die in Stralsund 1945 ums Leben gekommenen Rotarmisten waren die letzten Opfer einer sinnlosen Verteidigung durch Faschisten dieser Stadt. Dieses sowjetische Ehrenmal vor der Marienkirche nun als Opfer der Vergangenheit hinzustellen, ist eine Nichtachtung der Toten, die dort ihre letzte Ruhestätte fanden!

Wenn nun der Kirchgemeinderat in Vertretung von Dr. Bartels meint, das Nordportal der Kirche ist als Denkmal wertvoller als das sowjetische Ehrenmal, so ist dieser Standpunkt nur empörend! Die Vertreter der Roten Armee haben sich etwas dabei gedacht, ihre sowjetischen Soldaten gerade an dieser Stelle des Kirchenortes zu bestatten.

Selbst nach hundert Jahren wird man historische Orte des zweiten Weltkrieges nicht vergessen haben, und dazu gehört auch das sowjetische Ehrenmal vor der Marienkirche in Stralsund. Immer wieder versuchen bestimmte Personen bis hin zum Kirchgemeinderat, den Standort des Ehrenmals in Frage zu stellen? Alle Vorschläge zur Umgestaltung des Neuen Marktes dienen nur dazu, das sowjetische Ehrenmal umzusetzen bzw. ganz zu versetzen! Aber selbst das Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege in MV meint das Denkmal der Roten Armeesoldaten in Stralsund bleibt dort stehen, wo es jetzt steht, vor dem Nordtor der Marienkirche am Neuen Markt! Manfred Butter, Stralsunder Kommunalpolitiker

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