Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Die Alten raus aus dem Straßenverkehr?!

11.10.2011, Hans Jürgen Grebin

Welche Wirkung haben die Meldungen in den Medien? Erneut haben auf den Straßen ALTE Unfälle verursacht. Waren sie Raser, Unbelehrbare, Rücksichtslose, um nur einige Ursachen dafür anzuführen? Müssen die ALTEN deshalb raus aus dem Verkehr und alles wird in Deutschland besser?

Täglich passieren, hervorgerufen durch alle Altersklassen, Unfälle, die vermeidbar gewesen wären, wenn, ja wenn der Paragraf 1 der StVO berücksichtigt worden wäre. Die nach dem »Vertreiben der Alten aus dem Straßenverkehr« rufen, sollten einmal auf der Hamburger Straße und auf der Stadtautobahn Rostock – Warnemünde beobachten, wie bewusst Motorradfahrer ihr Vehikel zur Höchstgeschwindigkeit und Krachmachen antreiben und das alles aus Spaß an der Sache, ohne Rücksicht auf mögliche Folgen für die anderen Verkehrsteilnehmer. Es kann einem Angst und Bange werden.

Den ALTEN sollten nicht die Möglichkeit für ihre bessere Beweglichkeit (Mobilität) genommen werden, denn sie haben in langen Jahren sich Fähigkeiten angeeignet und bewegen sich in der Regel auch sehr vernünftig, immer den anderen Verkehrsteilnehmer im Blick. Doch wer glaubt, ich schreibe nur zum Bes­ten der ALTEN, der irrt. Ich weiß und habe für mich und meine Angehörigen festgelegt, in dem Moment, wenn mein »Reaktionsvermögen« eine Teilnahme am Straßenverkehr nicht mehr zulässt, werde ich freiwillig bewusst auf meinen Führerschein verzichten. Nach meiner Überzeugung und Praxis ist es aber noch nicht soweit. Ich meine, es sollten sich alle ALTEN freiwillig einem REAK­TIONSTEST unterziehen und sich auch der Einschränkung des Blickfeldes mit zunehmendem Alter bewusst werden.

Also, liebe Mitbürger, nicht sofort mit billigen Argumenten von den anderen wichtigen Verkehrsverstößen ablenken, sondern die Kirche im Dorf lassen.

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