Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Diätenschlucker

18.07.2011, Franz Savatzki

Während Arbeitnehmer sich jeden Pfennig Lohn mühsam erkämpfen müssen, die Kaufkraft bei vielen immer weniger wird, haben sich die ehrenwerten Abgeordneten des Bundestages trotz üppigster finanzieller Privilegien, z.B. Gehalt, Altersversorgung, Nebenjobs, wieder ihre Diäten erhöht. Kennt keiner die Stimmung im Land? Hat keiner das Ohr am Volk? Schlägt keinem das Gewissen? Nagt jemand am Hungertuch bzw. hat sein Schäfchen noch nicht im Tro­ckenen? Wie lange kann sich der Bundeshaushalt, der mit weiterer Verschuldung bestritten werden muss, diese Luxusalimentierung der politischen Klasse noch leis­ten? Noch hat die Bevölkerung die Lieblingsparolen der Abgeordneten im Ohr: »Sparen, sparen, sparen«, »den Gürtel enger schnallen«. Während sie ihren Lebensunterhalt aus der Spesenkasse bestreiten, fordern sie von Otto-Normal-Verbraucher immer mehr Härten, von denen sie selbst nicht betroffen sind. Wa­rum sparen sie nicht mit uns? Es ist eine Illusion zu glauben, dass immer höher bezahlte Politiker auch eine bessere Politik machen. Sie schaffen sich nur einen höheren Lebensstandard.

Privilegien waren vor Jahrzehnten für besondere Belastungen geschaffen worden. Diese Belas­tungen gibt es nicht mehr und die Privilegien halten sich. Es ist bemerkenswert, dass die Raffgier gerade bei denen immer mehr zunimmt, die eigentlich schon genug haben. Auch wenn sie dazu tausendundeine Begründung erfinden.

Der Steuerzahler fühlt sich längst als finanzieller Sklave der Parteienkoalitionen, die unter Ausnutzung aller ihnen zur Verfügung stehenden Machtmittel ihre fürstlichen Machtmittel immer weiter ausbauen.

Es darf nicht ein System hoch gefüttert werden, das erst dadurch möglich wird, dass es das Gegenteil von dem verspricht, dessen Fol­gen wir täglich erleben.

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