Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Deutschland in der Zwickmühle

16.03.2018, Hartwig Niemann, Rostock

Auf der einen Seite Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte der USA gegenüber Deutschland und der EU und auf der anderen Seite ein gespanntes Verhältnis zwischen Deutschland der EU und Russland, die immer wieder, um das klar und deutlich zu sagen, bei mir den Eindruck der politischen Erpressung bewirken.

Dieses ganze politische Theater ist Kapitalismus in seiner vielfältigen Gestalt – nicht mehr und nicht weniger. Man kann auch sagen, dieses Gegeneinander unterliegt den menschlichen Axiomen und dem Unvermögen des Kapitals Krisen zu verhindern. Der Todfeind des Kapitals ist und bleibt die Überproduktion, die sich aus der Profitgier des Kapitals ableitet. Wenn Deutschland auf eine Überproduktion von Aluminium und Stahl sitzen bleibt, führt das unmittelbar zur Entlassung von Personal. Die Arbeitslosigkeit nimmt zu. Das wiederum hat unmittelbare Auswirkungen auf die Kaufkraft.

Die EU bettelt jetzt bei Trump darum, für Europa eine Ausnahmegenehmigung zur Erhebung von Strafzöllen auf Aluminium und Stahl zu erreichen. Das wird nicht aufgehen. Dieser amerikanische Präsident ist besessen von seiner Idee "USA first".

Die Bundeskanzlerin hat begriffen, worum es geht. Sie denkt aber nicht daran, sich aktiv dagegen zu wehren. Der „Kuschelkurs“ mit Obama, sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, ist vorbei. Kommen Sie doch endlich einmal runter von ihrem hohen Ross und zeigen dem amerikanischen Präsidenten, wo der Hammer hängt. Ändern Sie endlich Ihre sture Haltung gegenüber Russland. Die Krim ist futsch. Daran werden Sie nichts mehr ändern und die NATO auch nicht. Ihre ungewöhnliche Haltung gegenüber einem Staat wie Russland, hat Deutschland inzwischen im wirtschaftlichen Bereich, insbesondere bei den mittelständischen Unternehmen, hohen Schaden zugefügt. Jetzt stehen Sie da, wie Pik Sieben barfuß im Regen.

Deutschland und die EU geraten durch ihr politisches Verhalten immer tiefer in die Zwickmühle kapitalistischer Interessen der USA.

Es gibt nur eine Lösung, wenn die EU, dazu gehört ja auch Deutschland, gemeinsam mit Russland gegen die Machenschaften des amerikanischen Präsidenten vorgehen. Dafür aber, das ist mein Eindruck, reicht der Verstand nicht.

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