Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Der Zustand der Welt und die UN-Charta

13.11.2018, Hans Bremerkamp, Rostock

Es ist höchst aufschlussreich, sich mal die Präambel der am 26. Juni 1945 in San Francisco von 50 Gründungsstaaten unterzeichneten UN-Charta durchzulesen und ihren schwerwiegenden Inhalt mit dem Zustand und den Ereignissen der jüngsten Geschichte der Welt zu vergleichen.

Die Präambel lautet: Wir, die Völker der Vereinten Nationen – fest entschlossen, künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat, unseren Glauben an die Grundrechte des Menschen, an Würde und Wert der menschlichen Persönlichkeit, an die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie von allen Nationen, ob groß oder klein, erneut zu bekräftigen, Bedingungen zu schaffen, unter denen Gerechtigkeit und die Achtung vor den Verpflichtungen aus Verträgen und anderen Quellen des Völkerrechts gewahrt werden können, den sozialen Fortschritt und einen besseren Lebensstandart in größerer Freiheit zu fördern, und für diese Zwecke Duldsamkeit zu üben und als gute Nachbarn in Frieden miteinander zu leben, unsere Kräfte zu vereinen, um den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren, Grundsätze anzunehmen und Verfahren einzuführen, die gewährleisten, dass Waffengewalt nur noch im gemeinsamen Interesse angewendet wird, internationale Einrichtungen in Anspruch zu nehmen, um den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt aller Völker zu fördern – haben beschlossen, in unserem Bemühen um die Erreichung dieser Ziele zusammenzuwirken.

Merke: Mit der Gründung der UNO gilt ein weltweites Kriegsverbot!

Nur zwei Ausnahmen sind erlaubt: Selbstverteidigung oder Mandat des UNO-Sicherheitsrates!

Die Formulierung dieser Ziele besticht durch klare Sprache, die jeder verstehen kann, im Gegensatz zu so manchen nationalen Gesetzen in Deutschland.

Doch blicken wir auf einige schreckliche Weltereignisse der letzten Jahrzehnte: Invasion von Kuba 1961, grausamer Vietnamkrieg der USA 1964, Koreakrieg, Invasion von Afghanistan 1979, Kosovokrieg 1999 mit Bombardierung von Serbien durch die Nato, Angriff auf den Irak 2003, Sturz der Regierung in Libyen 2011, Putsch in der Ukraine 2014, Krieg in Syrien 2011 u. a. m.

Und das Schlimmste: An einigen dieser Kriege ist Deutschland mit seinen Soldaten beteiligt.

All diese Kriege o. ä. haben namhafte Spitzenpolitiker zu verantworten, darunter aus Ländern, die zu den 50 Gründungsmitgliedern der UNO gehören.

Welch Wortbruch! Welch Vertragsbruch! Welche Schande! Sie gehören vor das Gericht der Völker! Wie die Nazigrößen vor dem Nürnberger Gericht standen!

Es ist allerhöchste Zeit, dass Politiker aller coleur die UN-Charta Wort für Wort umsetzen, bevor sie völlig zur Farce verkommt.

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