Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Der unaufhaltsame Aufstieg des Ellenbogens

22.03.2020, Karl Scheffsky, Schwerin

Wer hätte das gedacht? Corona schafft so manches, sogar dass es ein freundlicher Akt ist, wenn mit dem Ellenbogen in der Ellenbogengesellschaft anstelle des Handschlags angestupst wird. Mit so viel Offenheit hätte ich selbst in einer offenen Gesellschaft nicht gerechnet. Ein neues Symbol des Zusammenhalts im Kampf gegen Corona? Allerdings gilt der Zusammenhalt nicht für Länder, über die Blockaden und Sanktionen wie z.B. Cuba , Russland oder Iran verhängt wurden. Gnadenlos schaffen dort westliche Mächte mit ihren menschenfeindlichen Aktionen günstige Bedingungen für Corona, und das trotz Pandemie. Ich kann mich noch erinnern als vor wenigen Jahren in Simbabwe die Cholera ausbrach. Das herrschende Regime war der westlichen Welt so verhasst, weil es einen souveränen antikapitalistischen Weg gehen wollte, dass es mit der Seuche allein gelassen wurde. Das war der Ellenbogen, der zum Tode hätte führen können. Und mit Recht verweist Steinmeyer darauf, dass wir nach der Corona-Pandemie Verhältnisse bekommen, die den heutigen nicht mehr gleichen werden. Die Ellenbogen zwischen dem Kapital, dem Kapital und der sogenannten Kleinbourgeoisie sowie dem Kapital und den lohnabhängigen Massen werden die Veränderung herbeiführen. Anfänge lassen uns heute schon aufschrecken. Die Geschichte der Menschheit lehrt, eine Krise birgt in sich ungeheure Möglichkeiten – menschliche oder menschenfeindliche!

Karl Scheffsky, Schwerin

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