Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Der Rennsteiglauf wurde 40 Jahre

13.07.2012, K.-A. Schley

Der größte Crosslauf Europas, auch als Kultlauf bezeichnet, wurde zu DDR-Zeiten ins Leben gerufen. Einer der Gründer des Laufes, Hans-Georg Krämer setzt sich nach wie vor für diese Großveranstaltung ein. So organisierte er für diesen Lauf über die modernen Medien ein Treffen der Traditionsläufer. Als diese werden alle Läufer bezeichnet, die mehr als 25 Teilnahmen aufzuweisen haben. Wir wurden alle mit einem gleichfarbenen, weißen Hemd ausgerüstet, mit dem Rennsteiglogo und der Kennzeichnung der Teilnahmen. Insgesamt hatten sich über 70 Traditionsläufer am Startort versammelt. Alle in einer Gruppe und das am Ende der über 7000 Teilnehmer dieses Laufes. Während des Laufes blieb diese Gruppe zusammen, um ein Zeichen für die Tradition des Rennsteiglaufes zu setzen. Es wurden an markanten Punkten der Strecke Ausführungen zur Geschichte gemacht. So z. B. zeigte uns Hans-Georg den Gedenkstein von Herbert Roth, der das Rennsteiglied komponierte. An anderer Stelle wurde etwas zum Trinken, auch Bier, gereicht. Es gab aber auch etwas zur Stärkung des Körpers, so Bananen, Äpfel, Zitronen. Den berühmten Haferschleim gab es auf dieser Strecke nicht – Halbmarathon. Er ist den größeren Strecken vorbehalten. Er schmeckt sehr gut und ist magenfreundlich. Eine Überraschung gab es für uns im Startergarten. Wir trauten unseren Augen kaum, Täve, Gustav -Adolf Schur, 81 Jahre, stand neben uns und zog sich gerade seinen Trainingsanzug aus. Ein einfaches Auftreten und nicht wie von anderen bekannten politischen und sportlichen Größen im Mittelpunkt stehendes Verhalten. Täve ist immer noch sehr ehrgeizig, besonders wenn es um sportliche Dinge geht. Er lief immer an der Spitze mit. An den Sammelstellen trafen wir ihn wieder. Hier machte er dann Späße z.B. Jungs, ihr macht einen schlappen Eindruck, stärkt euch erstmal! Es ging aber in unserer Gruppe nicht um Laufzeiten sondern um Freude und Unterhaltung. Nach dem Zieleinlauf in Schmiedefeld ging es zurück nach Oberhof. Im Bus trafen wir wieder Täve. Er saß, wie jedermann, unauffällig auf seinem Platz. Aber die Läufer erkannten ihn gleich. Wir kamen mit ihm ins Gespräch. Themen von der Kindheit bis jetzt wurden erörtert, so von der Einbrennersoße bis zur modernen Technik. Er signierte noch ein von uns gekauftes Buch über ihn für unsere Enkel, und meinte dieser Umstand treibe ihm das Wasser in die Augen. Unterwegs auf der der Laufstrecke bat ich alle Traditionsläufer ihre Namen auf mein Laufhemd zu schreiben, auch Täve tat es. Der Rennsteiglauf ist eigentlich eine »Pflicht« eines jeden Läufers.

Zum Abschluss der erlebnisreichen Tage wurde abends noch richtig gefeiert und getanzt. Das Rennsteiglied wurde von vielen hunderten Läufer alle Stunde gesungen.

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