Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Der Querdenker

22.05.2017, Karl Scheffsky, Schwerin

Heiner Geißler, ehemaliger Generalsekretär der CDU ist auch im Alter von 87 Jahren noch für eine Überraschung bereit. Aufgewachsen, gelebt und gekämpft

im Milieu, das aus ihm einen Gott gläubigen und politischen Christen werden ließ, verkündete vor kurzem in der Sendung von Markus Lanz: In so einer Welt, die soviel Schlimmes und Grausames hervorbringt sei Gott nicht möglich, kann es keinen Gott geben. Er glaubt aber an Jesus. Ihn hat es wohl gegeben. Und der hat gelehrt, dass der Mensch dem Menschen helfen soll. Und so meint H. Geißler kann der Sinn des Lebens nur darin bestehen: Der Mensch muss dem anderen Menschen helfen. Ein guter Gedanke, eine schöne Moral. Aber? … Das menschliche Wesen ist Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse. Dazu gibt uns Brecht schon mit auf dem Weg: Wer möchte nicht in Fried‘n und Eintracht leben? Doch die Verhältnisse sind nicht so! Also kann der Schlüssel für eine bessere Welt im Sinne von Marx – siehe seine Feuerbachthesen – nur das Zusammenfallen des Ändern der Verhältnisse und der menschlichen Selbstveränderung sein. Er nennt es nicht eine Utopie, sondern revolutionäre Praxis, die nur wissenschaftlich verstanden werden kann.

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