Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Der Nichtwähler

30.01.2012, Heinz Eggebrecht
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Usedomer See in höchster Gefahr"
im Peene Blitz vom 22.01.2012

Natürlich sind fast alle auf der Insel Usedom von der Biogas-Anlage betroffen und ich persönlich durch meine Berufung als Storchenvater ganz besonders. Die zehn Prozent noch kommenden Störche trauen sich nicht mehr in solche großen Kultur-Plantagen, um Futter zu suchen. Also bleiben die Störche ganz aus, wie auch die Rohrdommel und der Seeadler. Sehr schade um die wundervolle Straßen-Allee, wo sich mal ein Gutsbesitzer mit seiner Idee als Naturliebhaber ein Denkmal gesetzt/gepflanzt hat.

Wir alle in diesem Staat haben sämtliche Freiheiten und diese Freiheiten wenden auch die meisten Investoren an. In diesem Staat soll es keine Diktatur geben, aber die meisten großen Investoren sind für ihre eigene Diktatur. Und so entstehen dann große, fantasielose, umweltversauende Gebäude, die natürlich vorher vom Bürgermeister, Stadtrat, Amtsrat, Landwirtschaftsminister und Bauamtsbehörde genehmigt wurden und wer wundert und beschwert sich jetzt: Der Nichtwähler, der auch die Freiheit ausnutzt und zu keiner Wahl geht. Aber durch diese Nichtwähler hatte nun jeder Kandidat die Gelegenheit, der von nichts eine Ahnung hat, Abgeordneter zu werden. Denn durch diese Nichtwähler werden erst die ahnungslosen Besserwisser bei der Wahl gestärkt.

Also bitte nicht meckern, schimpfen oder toddern, nein, besser immer zur Wahl gehen, das hilft uns allen, auch der Umwelt und der Gerechtigkeit, denn dann wäre dieser Bau nicht entstanden. Aber leider ist es zu spät, denn wir wissen ja, dass die Biogasanlagen unsere Agrarwirtschaft schädigen. Wozu brauchen wir diese Anlagen, wenn wir genug hochwertiges Erdöl auf der Insel haben? Aber die meisten Förderpumpen mussten ja aus Metallgier gleich nach der Wende abmontiert werden. Also leben wir in einer Zeit, die nicht besser ist, als ein Wetterbericht.

Darum Nichtwähler bei der nächsten Wahl, beim Spaziergang einfach rein ins Wahllokal.

 

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