Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Der neue kalte Krieg über einem touristisch erschlossenen Feriengebiet

01.06.2016, Martina Plischka, Plau

Plau am See gilt als Luftkurort und zieht jährlich hunderttausende von Touristen hier hin. Sie buchen Ferienhäuser, Appartements oder Hotelzimmer, viele zieht es auch auf die Campingplätze.

Plau am See liegt idyllisch, und die meisten Leute kommen wohl hier hin, um vom Stress der Großstädte Abstand zu bekommen. Sie flüchten sich für einige Tage und Wochen im Jahr in diese Gegend und zahlen in der Regel viel Geld dafür. Umso verwunderlicher ist es, dass bereits in den vergangenen Jahren Tag ein, Tag aus, Kriegsbomber über dem Plauer See ihre Manöver abhalten, stundenlange Schlaufen ziehen und immer wieder mit lautem Getöse und manches Mal sogar durch die Schallmauer fliegen. Ich frage mich: Muss das sein? Vor allem Mecklenburg-Vorpommern stöhnt, weil es, entgegen dem landesweiten Trend, immer weniger Touristen in diesen wunderschönen Landesteil zieht. Man sollte sich einmal die Frage stellen, warum das so ist und weshalb das Militär ausgerechnet über einem Naherholungsgebiet seine Übungsflüge absolviert.

Einmal abgesehen von dem kalten Krieg, den die Westmächte initiiert haben, Manöver über der Ostssee abzuhalten wären sicherlich aus militärisch-strategischer Überlegung heraus sinnvoller als über diesem Naherholungsgebiet. Aber wo kein Kläger, da keine Anklage, offenbar akzeptieren die Anwohner, Hoteliers und Gastronomen diese massiven Belästigungen ohne Murren. Da darf man sich aber nicht darüber beschweren, wenn jemand, der Erholung sucht, hier als Gast irgendwann nicht mehr zu sehen ist. Denn dann kann man auch im Einzugsgebiet des Düsseldorfer oder Frankfurter Flughafens seinen Urlaub verbringen.

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