Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Der Leserbrief vom 3. Juni über die Bebauung von Südstädter Grünflächen

05.06.2018, Elke Block, Rostock
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Leserbrief "Bebauung von Südstädter Grünflächen""
im Rostocker Blitz vom 03.06.2018

Diesem Leserbrief muß man nicht mehr viel hinzufügen. Es sind die gleichen Gedanken ausgesprochen, die auch ich in meinen Briefen an verschiedene Institutionen in den letzten Monaten zu Papier gebracht habe.

Unser Südstädter Ortsbeirat moniert, daß sie bei der Änderung des Haltestellennamens von Mensa in Campus nicht gefragt wurden. Das nenne ich Kindergartenverhalten. Denn diese Änderung ist nun wirklich kleinlich und nichts negatives. Aber wenn es um so wichtige Dinge geht, wie das Verramschen, Verkaufen und Zubetonieren unserer kleinen schönen Grünflächen und Parkanlagen, wo sind da die Proteste der Ortsbeiratsmitglieder? Wo ihre Gegenwehr?

Ganz im Gegenteil. Was immer auch von den Ämtern nachteiliges ausgeheckt wird, der Ortsbeirat steht immer auf Seiten des Rathauses und läßt sich nach Belieben manipulieren.

Und das wirkt sich immer mehr negativ auf unseren noch schönen Stadteil aus.

Hier also ein paar neue Wohnbauten statt Bäume und Grünflächen, dort das maßlose unnötige Fällen von vielen Bäumen für neue Bauprojekte. Denn es werden Fällgenehmigunge wie am Fließband durchs Grünamt unterschrieben.

Ein Beispiel ist das derzeitge Anlegen des Mehrgenerationsplatzes im Kringelgrabenpark.

Auf dieser Fläche entsteht ein monströses Etwas, das mit dem Charme eines Parks nichts mehr zu tun hat. Nachdem Unmengen von gesunden Bäumen gefällt wurden, ist jetzt auch der gesamte Rasen weg.

Kinder wollen auf Rasenflächen umherhopsen, im Gras toben und einfach auf einer Decke auf der Wiese sitzen. Inmitten von Grün. Das aber geht leider nicht mehr. Dem Amt für Grün und dem Ortsbeirat sei Dank. Denn statt großzügiger Rasenfläche gibt es jetzt nur noch eine große kahle Fläche mit viel Sand, befestigten Wegen und vielen riesigen, langen Begrenzungen aus Beton. Und nur am Rande so kleine Rasenstellen. Also Kinder, Mamas, Papas und Großeltern, statt im Gras zu liegen, sollt ihr jetzt nur auf dem Weg entlanglaufen. Statt auf der Decke im Grünen zu sitzen, darf es jetzt nur noch eine Bank sein. Die Spiel- und Sportgeräte hätten so schön auf dem damaligen gesamten Rasenbereich installiert werden können. Bäume, die dort noch standen und wuchsen, wären der richtige Schattenspender gewesen für heiße Tage. Vorhandene Wege waren dem Grünamt anscheinend nicht gut genug. Zusätzliche mußten her. Es hätte nicht viel Veränderung für diesen Spielplatz gebraucht.

Aber das Amt für Grün und Naturschutz und unser lieber Ortsbeirat wollten ja mehr. Etwas Großes, Protziges mußte her. Schaut man sich die Fläche genau an, dann wird klar, daß das, was dort überdimensional entsteht, überhaupt nicht mit der Umgebung harmoniert. Nichts mit dem kläglichen Rest des Parks, den das Grünamt übrig gelassen hat, verbindet sich zu einer Einheit. Es wirkt schon jetzt als ein Fremdkörper, ein Klotz, der so nicht in eine Parkanlage hätte gebaut werden dürfen. Was am Ende bleibt, ist eine riesige kahle Freifläche aus Sand, Beton und befestigten Wegen. Die Geräte für die Kinder sind das einzig schöne an der ganzen Sache. Sieht so die Zukunft unser Kinder und Enkelkinder aus? Nicht nur Betonwüste um uns herum, sondern Betonwüste auch zwischen Sport- und Spielgeräten?

Fazit: Der krankhafte Ehrgeiz, der unendliche Größenwahn des Amtes für Grün und Naturschutz ( diesen Titel hat das Amt nicht verdient) und der dumme und blinde Gehorsam des Ortsbeirats Südstadt sind die modernen Totengräber unserer immer mehr schwindenden Grünanlagen.

Denn auch das angeblich großzügige Anpflanzen von ca. 124 Bäumen in ganz Rostock durch das Grünamt (lt. Zeitung) steht das oft unnötige Fällen von mehr als 300 - 400 Bäumen entgegen. Das verschweigt uns das Amt gerne.

Elke Block

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