Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Der Frieden muss in den Köpfen beginnen

08.08.2014, Gerhard Schneider, Zingst

Wir leben in einer schweren und zunehmend sorgenvolleren Zeit. Erinnerungen an die Vergangenheit werden in mir geweckt und mit der Gegenwart verglichen. Noch vor dem Beginn des II. Weltkrieges wurde ich im damaligen Ostpreußen eingeschult. Und dahin zurück gehen meine Gedanken über die Darstellung der bösen Russen, der Bolschewisten und Kommunisten. Aber auch über die Juden wurden wir durch Lehrer und nationalsozialistische Propagandisten aufgeklärt. Der böseste und gefährlichste Mensch war für uns Kinder damals Stalin. Uns wurde eine Welt des Hasses und der abwegigsten Ideologien dargestellt. Wir Deutschen waren dazu bestimmt unseer damalige Weltanschauung durchzusetzen und damit das Zusammenleben der Völker und Nationen zu verbessern.

Der II. Weltkrieg begann am 1. September 1939. Ich wohnte damals nur sechs Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt. Ab Frühjahr 1941 erlebten wir den Aufmarsch der deutschen Wehrmacht im Osten mit. Am 22. Juni 1941 begann der Krieg gegen die Nr. 1 – die Sowjetunion – und damit gegen Stalin. Wie dieser Wahnsinn endete ist bekannt. Am 8. Mai 1945 schwiegen auf den Schlachtfeldern Europas die Waffen.

Welche Wünsche, Erwartungen, Schwüre und Vereinbarungen wurden zwischen den Menschen und Völkern abgeschlossen. Niemals wieder Krieg, neimals wieder Hass der Völker, Rassen und Nationen. Doch es währte nicht lange un der »Kalte Krieg« begann. Ost und West entfremdeten sich immer mehr. Die unterschiedlichen Ideologien führten zunehmend zum Hass und Misstrauen. Und es muss wieder einen Schuldigen geben. Die Hauptschuld an vielen derzeitigen intereuropäischen Spannungen wird Russland und in Person Präsident Putin zugeschrieben. Nicht die Mehrheit unserer Menschen glauben das, aber unsere Politiker, ihre Massenmedien und die breite Propaganda verbreitet diese Unwahrheiten. Mich hat die Stellungnahme des Minister Gabriel im Sommerinterview in der ARD Sendung am Sonntag den 3. August betreffs Russland tief erschüttert und Bedenken hervorgerufen.

Wohin soll das führen?

Ich schreibe, weil ich trotz aller Rückschläge die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft nicht aufgeben kann. Der Friede beginnt nicht nach einem gewonnenen Krieg, nicht mit einer Charta oder mit einem Gesetz. Der Frieden muss in unseren Köpfen beginnen. Gerhard Schneider

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