Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Der Bruder Obama

29.03.2016, Karl Scheffsky, Schwerin

»Der Bruder Obama« schrieb Fidel Castro in der Granma, hielt eine Rede, in der er die honigsüßesten Worte nutzte um auszudrücken: Es ist an der Zeit, die Vergangenheit zu vergessen, ...; aber mein Aufenthalt hier gibt mir mehr Hoffnung für das, was wir zusammen tun können, als Freunde, als Familien, als Nachbarn, zusammen. Weiter schrieb Castro: »Es ist anzunehmen, dass bei diesen Worten des Präsidenten der Vereinigten Staaten jeder von uns Gefahr lief, einen Herzinfarkt zu bekommen.« Dann verwies Castro auf die fast 60 Jahre andauernde erbarmungslose Blockade, auf die Söldnerangriffe auf kubanische Schiffe und Häfen, das gesprengte Linienflugzeug voller Passagiere, Söldnerinvasionen und andere Gewalttaten. Gleiche Haltung erlebte ich vor kurzem in Kuba, wo viele Menschen mir gegenüber zum Ausdruck brachten, dass sie kein Vertrauen zur US-Führung hätten. Unsere Medien hingegen bauen auf Unwissenheit und verkünden die Beziehungen USA-Kuba mit dem zur Manipulation dienenden Slogan: Gestern Feind, heute Freund! Wie soll das gehen? Eine andere Sicht gab es schon vor Monaten auf der 3tägigen Konferenz der größten deutschen Solidaritätorganisation Cuba si mit der Karibikinsel. Hans Modrow als Kubakenner betonte dort, dass auch die sich entwickenden Beziehungen USA-Kuba Klassenkampf seien. U. a. bestärkte mich der anwesende Cubanische Botschafter in einem kurzen persönlichen Gedankenaustausch in meinem Optimus für ein sebstbestimmendes freies Kuba. Und das der Präsident von Venezuela Maduro, das angeblich die Sicherheit der USA gefährdet, noch am gleichen Tag wie Obama von Rau‘l Castro empfangen wurde, halte ich schon für bemerkenswert.

Karl Scheffsky, Schwerin

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.