Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Demonstrationen am 12. März 2018 in Evershagen

14.03.2018, Heinrich Brenner, Rostock

Wer am Abend des 12.03.2018 von Norden durch die M.-Gorki-Straße kommend zu Lidl wollte, hatte schlechte Karten: Polizei mit unglaublich großem Aufgebot an Personal und Material war allerorten vorhanden. Bis zu Lidl wurde ich fünfmal von der Polizei angehalten und befragt, welches Ziel ich hätte – an einer Passage wurden ich jedoch nicht gehindert.

Welches Bild bot sich mir: Auf der einen Seite in einer buchstäblichen „Wagenburg“ die Veranstaltung der AfD. Vor dem Supermarkt von Lidl Stände mit einem oder mehreren Zelten, aber wenig von den Gegendemonstranten zu sehen. Diese hatten sich in der Maxim-Gorki-Straße gegenüber der Veranstaltung der AfD konzentriert und skandierten Parolen wie „Nazis in die Produktion“ und dergleichen. Wer die Veranstalter der Gegendemonstration waren, konnte ich nicht erkennen.

Nun garantiert uns ja das Grundgesetz eine freie Meinungsäußerung einschließlich des Demonstrationsrechts. Da bei solchen Veranstaltungen auch immer Personen darunter sind, die „auf Krawall gebürstet sind“, erhebt sich meinerseits nun an die Stadtverwaltung die Frage, warum Demonstration und Gegendemonstration auf eng aneinandergrenzenden Raum überhaupt genehmigt werden? Bei genügend räumlicher Trennung kann jede der Demonstrationsparteien ihre Anhänger mit Argumenten versuchen zu überzeugen, es wäre auch weniger Polizei zum Schutz der Veranstaltung notwendig.

Also noch einmal die Frage nach räumlicher Trennung von Demonstration und Gegendemonstration, die sich mir nicht erschließt – es sei denn, man nimmt in Kauf, dass die politischen Kontrahenten nicht ungestört ihre Meinung äußern können und aufeinander losgehen. Eine Erklärung dazu wäre sinnvoll.

 

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