Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Deal um Kunstwerke

01.12.2010, Dr. H. Bomke, Schwerin

Pressemeldungen zufolge sind rund 250 Kunstgegenstände in den Schlossmuseen von Schwerin, Güstrow und Ludwigslust künftig nur dann für den dortigen Verbleib gesichert, wenn die Großherzog-Nachfahren Waldflächen im Wert von 3,4 Millionen Euro und weitere 4,5 Millionen als Geldzahlung erhalten, teilweise aus dem Landeshaushalt von MV. Der in Schleswig-Holstein lebenden Herzogin stünden die Kunstgegenstände aus dem Familienbesitz der Herzöge zu. Sicherlich hat das Amt für offene Vermögensfragen rechtens entschieden, denn in dieser Gesellschaft zählen Besitz, Geld, Macht an vorderster Stelle und deren Vertreter gehen meistens nie leer aus. Leer würden die Museen bei Nichterfüllung der Ansprüche ausgehen. Könnte man sich nicht auf den Status einer Dauerleihgabe einigen, wenn 2014 das Nutzungsrecht des Landes MV ausläuft? Eigentum verpflichtet, und so sollte es jedem Bürger auch künftig möglich sein, Gemälde, Möbel, Porzellan und andere Kunstgegenstände aus dem Besitz der mecklenburgischen Herzöge in den Museen von MV zu besichtigen. Ich bin froh darüber, noch eine Gesellschaftsordnung kennengelernt zu haben, in der der Grundsatz »Die Kunst dem Volke!« galt und Museen nicht um das Inventar fürchten mussten. Wenn kulturelle und sportliche Einrichtungen in MV aus Geldmangel schließen müssen, habe ich für eine solche Art des Ausgleichs von Ansprüchen keinerlei Verständnis.

 

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