Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

„DDR und Stasisyndrom“ im Nordmagazin!

06.05.2019, Hartwig Niemann, Rostock

Im Nordmagazin hat man es 30 Jahre nach der Wiedervereinigung anscheinend immer noch nicht begriffen, dass es in der ehemaligen DDR Millionen Bürger gab, die korrekt, sachlich und aufrichtig gelebt haben. Mit dazu beigetragen hat insbesondere die Tatsache, dass die DDR in den 40 Jahren ihres Bestehens keinen einzigen Krieg geführt hat. In der DDR gab es keine NATO die in Jugoslawien (Belgrad) und an anderen Stellen völkerrechtswidrig ihre Bomben abwerfen konnte. Das Gegenteil war der Fall. Es waren die DDR-Bürger und nicht die westlichen „Klugscheißer“, die auf die Straße gegangen sind - unter ihnen insbesondere die Leipziger, die die Politprominenz der DDR wegen Unfähigkeit hinweggefegt haben. Es waren nicht Gauck, Merkel und andere, sondern das Volk, das gehandelt hat.

Das ganze politische Geschehen hätte auch anders ausgehen können. Während Egon Krenz keinen Schießbefehl erteilt hat, nahm die „dumme“ Ankündigung von Schabowski über die Grenzöffnung in Berlin konterrevolutionären Charakter an. Nur durch das umsichtige Verhalten, der an der Grenze stationierten DDR-Sicherungskräfte ist es gelungen, dass diese Situation nicht aus dem Ruder gelaufen ist. Das hätte zu einem Fiasko führen können.

Die Persönlichkeiten (insbesondere im Bereich der „Stasiaktenverwalter), die sich heute immer wieder selbstständig in den Vordergrund drängeln und darlegen wie „mutig“ sie waren, sollten endlich einmal über ihr Verhalten nachdenken.

Ich wiederhole mich zwar, aber zu einer „Friedlichen Revolution“ gehören immer zwei Seiten: Eine Seite, die im Besitz der Waffen ist und nicht auf das eigene Volk schießt und eine Seite, die „revolutioniert“. Die Seite, die im Besitz der Waffen war und nicht geschossen hat, wird dagegen immer wieder verhöhnt und politisch diskriminiert. Das ist falsch.

In Vorbereitung des 30 Jahrestages der Wiedervereinigung sehe ich jetzt schon die Fülle der Verleumdungen auf die Vergangenheit der DDR zukommen, die insbesondere ehemalige DDR-Bürger betrifft, die nicht unbedingt die Seite wechseln wollten.

Dem Nordmagazin kann ich nur empfehlen, einmal sachlich und objektiv auf die historischen Zusammenhänge aufmerksam zu machen, ansonsten wird es Zeit wegen des „DDR und Stasisyndroms“ einmal einen Arzt anzurufen.

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