Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Dat Jöcken hürt nich up!

06.12.2011, Brigitte Schultz

Wer hät dat nich schon belevt, dat Jöcken und Krippeln in de Finger.

Ick bün giern in de Natur und lev min Gorden.

Soans hät mi dat in den letzten Wochen ok bannig Spoß mogt, denn Gorden to bewirtschaften.

De Spoß vergüng mie öwer, as de Weddermann von Hiddensee Nachtfrost ansächt. Wir mien Wirken nun to früh? Schließlich steckten Radies, Dill, Aften und Tüffel schon änn Snut ut denn Acker.

Kort öwerlecht und mie full in, dat int Immenschuer von mien Varring noch een Ballen Flies liggen müsst.

Fix wier ick dorbi, häv de Längen avschnäden und öwer de Beete lecht.

Dat wir Schutz genoch gegen Küll und Frost.

Nun künn ick mi beruhigt in mien Sessel setten und denn Obend geneten.

Denkste, mi jöckte, piekte und krippelte dat öwerall. Samba, Walzer, alles har ick danzt, mi denn Rücken an de Dör schrubbt. De Gusch, de Beeren und Armen seechten ut as son Streuselkocken und twischen de Norsbacken jöckte dat ganz dull.

De Hoor stunden mie to Barg, ick dacht, ick har ook noch Lüs.

Ick rut ut de Klamotten, rin in de Dusch, de Brus angestellt und denn geschundenen Körper avbrust. Wier dat ne Wohltat. Stunden hätt dat durt, bid den roten Pusteln weg wiern. Nächsten Moigen häv ick mi schlau mogt. Up dat Etikett wir ubschräben »Glaswolle« und de leech bestimmt schon 40 Johr dor und iss schon bannig morsch. Dat Jöcken und Pieken har ick nun umsünst und ok denn Denkzettel »Bitte nach Anweisung verarbeiten«! Schnell har ick öwer de Harschen an und hev dat Tüüs von de Beete nommen und in denn Sack steckt. Sowat passiert nur een enziges Mol im Läben. Erlebt am 3. Mai 2011.

 

 

 

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