Mecklenburger Blitz Verlag

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Das Stadtjubiläum 2018 würdig feiern!

23.02.2016, H. Pietschmann, Gehlsdorf

Der Tagespresse war kürzlich zu entnehmen, dass noch nach einem außergewöhnlichen Event anlässlich des Stadtjubiläums gesucht wird. Die Überführung des Traditionsschiffs »Dresden« in den Stadthafen wäre ein solches in idealer Weise. Das Einlaufen von Deutschlands größtem techn. Museum wäre ein grandioses Volksfest für die Rostocker, anwesende Touristen und tausende Seeleute, wo immer sie heute wohnen. Fischereiwesen, Überseehafen und nicht zuletzt Schiffbau waren die Triebkräfte, Rostock aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs mit vervielfachter Einwohnerzahl neu entstehen zu lassen. Die fußläufige Zugänglichkeit des Museumsschiffs an Rostocks »Zweitem Boulevard« wäre im Anschluss an die »Hanse Sail« 2018 ein absolutes Großereignis mit nachhaltiger Wirkung für das Ansehen der Stadt. Die Mitglieder der Bürgerschaft, die immer noch an der »Beschlusslage« festhalten, mögen sich bitte erinnern, dass jene auf einer inzwischen ad absurdum geführten »Potenzialanalyse« von 2011 beruht. Diese »Analyse« behauptete, dass im IGA-Gelände 171.000 Besucher möglich seien, nur 19.000 weniger als im Stadthafen. Die Projektanten des daraufhin entworfenen »Schiffsgarten«-Projekts haben dazu ganz andere Aussagen getroffen. In ihrer Rentabilitätsvorschau haben sie zwei Varianten errechnet. Bei »vorsichtig geschätzten« 55.000 Besuchern müsste die Stadt jährlich 1,7 Millionen Euro zuschießen, bei »optimistisch geschätzten« 75.000 Besuchern immer noch mehr als 1,5 Millionen! In der Privatwirtschaft ist es eine Überlebensfrage, vorhandene Grundmittel nutz- und gewinnbringend einzusetzen. Über städtisches Eigentum kann man ebenso nicht völlig bedenkenlos verfügen. Rostocks Schuldenberg frisst in Form von Zinsen schon genug vom Budget der Stadt. Die Verfestigung von Subventionen auf Grund eines sehr fragwürdigen Beschlusses wäre der Gipfel von Verantwortungslosigkeit.

PS: Zu den umstrittenen Kosten für die Verlegung ist zu bemerken, dass es sich hier um Kosten handelt, die sich amortisieren. Auch die »drohende Verwaisung« des IGA-Parks ist ein Schreckgespenst. An der derzeit meist verwaisten »Warnowpromenade« mit den angrenzenden Uferterrassen würde Platz für die langjährig versprochene Wasserski-Anlage als einzigartiger Publikumsmagnet. Diese Anlage wäre ganz ohne Zutun von Planungsgesellschaften die Keimzelle für weitere Sport- und Erlebnisbereiche an der gesamten Wasserkante. Dort, wo heute die Anker liegen und das »Schiffsgartenprojekt« zwei künstliche Wasserbecken vorsieht, dort ist das ideale Areal für die ebenfalls viel gewünschte Skateranlage inclusive Zuschauertraverse ohne große Baumaßnahmen bereits vorhanden. Bisher hat das Beharren an dem uneffektiven, unter finanziellen Gesichtspunkten nicht genehmigungsfähigen »Schiffsgarten-Projekt« leider dazu geführt, dass die förmlich ins Auge stechenden Möglichkeiten des Geländes für einen »Sport- und Erlebnispark« bisher in keiner Weise in Betracht gezogen wurden. Dabei reicht die vorhandene Geländegestaltung aus, um das Areal ohne jede Projektierungskosten seitens der Stadt, nur mit Ausschreibungen zu einem »Hotspot« für Sport und Freizeit zu machen!

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