Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Das Märchen zur Umverteilung

09.05.2017, Herbert Häußer, Crivitz

Linke pflegen eine seltsame Ausblendung realer Zusammenhänge, wenn es um das Versprechen sozialer Gerechtigkeit geht:

- obwohl inzwischen sämtliche theoretischen Ansätze eines Gegenmodells zur vorherrschenden Globalisierung krachend gescheitert sind – man denke nur an Maduro in Venezuela, Kuba, Russland … wird so getan als gäbe es da noch etwas; dieses »Etwas« gibt es tatsächlich als Modell »downgrade (Wachstumskritik)« oder/und Modell Gemeinnützigkeit/Bürgergenossenschaft/Bürgerbeteiligung/Crowdfinanzierung. Warum, so frage ich, nimmt die Linke nicht den Ansatz der Gründungsgrünen auf und setzt bei den Diäten beispielhaft auf ein Modell, das die beamtenähnliche Privilegierung abschafft und u.a. die inflationäre Mitarbeiter- und Parteienfinanzierung einschränkt? Warum, wird nicht hinterfragt, wie es sein kann, dass ein Land – BRD – mit nur rund 1 % der Erdbevölkerung (7 Milliarden) Exportweltmeister sein kann? Jener Teil der Erdbevölkerung, die nach Versteuerung über ein Jahreseinkommen von 34-Tausend Euro verfügen, beträgt ebenfalls 1 %. 99% der Erdbevölkerung haben also weniger. Frankreich hat seit der Jahrtausendwende rund ein Drittel seines Exports verloren; ca. 1 Milliarde Menschen droht der Hunger als Folge der Nahrungsmittelspekulation von Hedgefonds. Diese Liste der Widersprüche könnte noch länger fortgesetzt werden: so beispielsweise um die fehlende Moral einiger Politikstrategen, Machtpolitikern im Berufsstatus, und u.a. Lobbyinteressen einiger Weniger. Auch da gäbe es einfache Ansätze mit Bürgerhaushalt, Zukunftsrat, wo Lobbyeinfluss allein dadurch entfällt, wenn man die Teilnehmer auslost. Jährlich sterben 34-Tausend in der BRD als Folge von Feinstaub/Stickoxid, weitere 10-Tausend in der Abfolge des Abgasbetrugs. Wie viel das pro Tag sind, kann jeder selbst errechnen. Angeblich war es früher schlimmer, angenommen das stimmt, besteht Hoffnung. Ohne Einsicht bestimmt bis zum nächsten AKW-GAU oder eben nur bis zum eben entdeckten Antibiotikaskandal in Indien. Dass Japan vollkommen die deutsche Erfahrung aus dem AKW-Rückbau (Lubmin) fehlt, dürfte da nur ein geringeres Problem werden.

Herbert Häußer, Crivitz

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