Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Das letzte Hemd

14.10.2011, Siegfried Spantig, Schwerin

Für das lange Leben der Deutschen Demokratischen Republik scheint nach menschlichem Ermessen gesorgt, alles getan zu sein, war sie doch, als sie noch lebte, ein harter Dorn im Auge der Bonner Regierung. Und der Umzug nach Berlin hat dieses Augenleiden nicht nur nicht gelindert, vielmehr, so scheint es, noch langwieriger, ja chronisch gemacht, denn nun sitzt man in der alten DDR, mitten unter den Unverbesserlichen.

Dass dieser Ortswechsel nicht gut gehen würde, dass wusste so mancher am Rhein, denn gelebte Geschichte kann man zwar im Nachhinein falsch darstellen, aber niemals ändern.

Was wir lediglich diskutieren können, ist die Frage, wird sich der gegenwärtige DDR-Schmäh noch steigern oder doch mit der Zeit immer dürftiger werden? Wenn es richtig ist, dass man ihn braucht um abzulenken, dann wird er zunehmen, denn wir stecken in schlechten Zeiten, weltweit noch unvorstellbar schlechteren entgegengehend.

Das heißt aber nicht, dass wir uns das gefallen lssen müssen, weder das eine, noch das andere. Dazu bedarf es keines Aufrufes, denn noch nie hat sich jemand sein letztes Hemd ausziehen lassen.

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