Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Das Kind nicht mit dem Bade ausschütten

06.07.2012, Rudolf Hubert, Schwerin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Nachteile und Ausnahmen"
im Schweriner Blitz vom 01.07.2012

»Was will Herr Hubert…aussagen…« Solchen Worten entnimmt man im Grunde die Absicht einer Diffamierung…! Sehr geehrter Herr Zänger! Schade, dass Sie sich auf persönliche Angriffe öffentlich einlassen! Dabei könnte ich Ihnen ohne viele Worte klar sagen, was ich will: Besonders junge Menschen davor bewahren, angesichts vieler Fragen und Probleme in unserer Gesellschaft, »das Kind mit dem Bade auszuschütten.« D. h. konkret, die Erkenntnis zu vermitteln, dass unsere Demokratie, unser Rechtsstaat erst die Basis ist für politisches Engagement. Und dass es keine gesellschaftliche Alternative sein kann, extremistischen gesellschaftlichen Vorstellungen zu folgen. Daraus folgt auch, die Diskussion über die DDR fair und ehrlich zu führen, Erscheinung und Wesen klar zu unterscheiden. Die DDR verstand sich von ihrem Wesen her eben nicht als »bürgerliche Demokratie« oder als »Rechtsstaat«. Beides waren nach SED-Lesart »bürgerliche Herrschaftsformen« im »Klassenkampf«. Die DDR war von ihrem eigenen Selbstverständnis her stolz darauf, dass die Machtfrage »ein-für allemal« geklärt war durch die »Diktatur des Proletariats.« Dazu gehört auch, nicht zu leugnen, dass solch eine Parteidiktatur Kriterien entwickelte und anwandte, um »Klassenfeinde«auszumachen. Im Verhältnis zu den Kirchen war die Jugendweihe – von Seiten des Staates wohlgemerkt! – genau solch ein Kriterium! Wer diese einfache geschichtliche Tatsache nach wie vor nicht wahrhaben will oder sie in andere Zusammenhänge hineinstellt, wird seine Gründe für dieses Verhalten haben.

 

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