Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Dank an das Ehrenamt

29.09.2011, G. Schramm

»Wärmer und lebenswerter«, heißt es in einem Beitrag vom vergangenen Sonntag. Die, die da wärmen und das Leben lebenswerter machen, sind die Ehrenamtlichen. Sie bekommen nun eine Ehrenamtskarte als Dankeschön, besser als Nichts. Wieviel besser als Nichts, ist aber so eine Karte? Man kann damit ermäßigt einige Angebote nutzen. Zuzahlen muss man aber immer. Man fragt sich angesichts der EU-Rettungspakete in Milliardenhöhe, ob es nicht besser ist, den Ehrenämtlern wenigstens den finanziellen Aufwand zu ersetzen. Das Geld ist doch wie man sieht da in Hülle und Fülle. Was nutzt einem ein großes Herz, wenn das Geld für den eigenen Lebensunterhalt fehlt? Mit einer halb bezahlten Kinokarte oder einem Fahrschein ist das doch nicht getan. Angesichts der Tage des Ehrenamtes und der dafür organisierten Veranstaltungen wird einem immer mal wieder klar, dass ohne die Ehrenämtler viele Bereiche zusammenbrechen würden. Vielleicht sollte man es auch einmal darauf ankommen lassen, um hier eine Änderung herbeizuzwingen. Nun wird manch einer sagen, dem schon die Ehrenamtskarte zuviel des Guten ist, dass das Ehrenamt ja auf völlige Freiwilligkeit basiert. Ist nicht auch das Amt eines Politikers ein freiwillig, aus Idealismus angenommenes. Doch für dieses gibt es keine Ehrenkarte sondern Tantiemen, die sich sehen lassen können. Halbe Preisleistungen gibt es auch nicht, da kann man schon kostenlos nutzen, was andere bezahlen müssen.

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