Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Breite Diskussion angebracht

07.09.2011, Günter Ubl

In der Ausgabe Nr. 34 wird über die Missachtung von Bürgerinitiativen geschrieben. Das scheint in Rostock Methode zu sein. Hier ein weiteres Beispiel:

Von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt hat die Bürgerschaft in ihrer Sitzung am 29. Juni 2011 wichtige Beschlüs­se zur Gestaltung der Museumslandschaft in Rostock gefasst. Dem Museumskonzept wurde ohne große Debatte zugestimmt. Es bekennt sich eindeutig zu den vier Museumsschwerpunkten: Museum für Kunst- und Kulturgeschichte; Museum und Zentrum für moderne und zeitgenössische Kunst (Kunsthalle); Museum für maritime Geschichte, Technik und Meeresnutzung (Marineum); volkskundliches und kulturgeschichtliches Museum für den Ort Warnemünde.

So weit, so gut. Nachdem aber eine Vorlage des OB zur Verlegung des Traditionsschiffes in den Stadthafen nicht behandelt wurde, hat die Bürgerschaft mit großer Mehrheit dem Antrag der FDP-Fraktion zugestimmt, den IGA-Park langfristig als kombinierten Standort für ein Maritimes Museum eingebettet in einen Landschafts- und Gartenpark zu entwickeln. Das steht eindeutig im Widerspruch zur Auffassung vieler Rostocker, die mit ausreichend Unterschriften belegt ist.

Erfahrungsgemäß sind Museen Anziehungspunkte für Besucher der Stadt und wohin gehen Urlauber und Touristen? In die Innenstadt und die von dort fußläufig erreichbaren Gebiete (Stadthafen und Altstadt) und nach Warnemünde.

Daraus ergeben sich logisch die Standortfestlegungen:

1. Mit der Bürgerschaftsentscheidung, künftig das Gebäude August-Bebel-Straße 1 als Museum für Kunst- und Kulturgeschichte zu nutzen, wurde dem entsprochen. Es bietet sich an, mit einem Theaterneubau am Rosengarten diesen Standort weiter aufzuwerten. Zusammen mit der Hochschule für Musik und Theater wäre das ein für Ros­tocker und Touristen gut erreichbares kulturelles Zentrum.

2. Das Gelände am Stadthafen sollte ausschließlich maritimen Zwecken vorbehalte bleiben: Das Marineum (Museumsgebäude, Traditionsschiff und andere museale schwimmende Einheiten und Freigelände für Exponate), die Hanse Sail und eine für Besucher ganzjährig geöffnete attraktive maritime Meile. Neben einer moderneren Gestaltung der Ausstellungen sollten Bedingungen geschaffen werden, das Schiff selbst mehr zu zeigen. Um die Anziehungskraft für Besucher zu erhöhen, ist unter Einbeziehung der im Stadthafen tätigen Geschäftsleuten eine maritime Bummelmeile zu gestalten. Jährlicher Höhepunkt bleibt die Hanse Sail.

3. Der IGA-Park sollte nach dem Vorbild der »Volksparks« in Schweden als Park für die Freizeitgestaltung und Erholung der Rostocker entwickelt werden.

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.