Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Boreus, ein Insekt oder Unternehmen

17.11.2010, Carsten Wolf

Diese Frage stellten sich die Schüler der Klasse FGW 81 der Beruflichen Schule der Hansestadt Stralsund. Am 4. November entflohen wir dann den trockenen Buchungssätzen und Kontenrahmen und fanden die Antwort auf unsere Frage. Die Boreus Rechenzentrum GmbH ist ein erfolgreiches Unternehmen, welches bereits seit zehn Jahren in Stralsund ansässig ist.

Nachdem wir etliche Sicherheitsüberprüfungen hinter uns hatten, begrüßte uns Martin Wendler (29), der Leiter des Bereiches Infrastruktur. Noch vollkommen beeindruckt, fragten wir uns, wofür dieser ganze Aufwand gut sei. Dies lässt sich aus den Aufgaben eines Rechenzentrums schnell erklären! Serververwaltung, Lohnbuchhaltung über SAP, die Aufrechterhaltung diverser Homepages und vieles mehr war die prompte Antwort. Jetzt war uns auch allen klar, wozu der ganze Aufwand sei. Denn wer möchte schon gerne, dass seine Lohnstreifen in falsche Hände geraten?

Damit es auf der AIDA, wo diese unter anderem hingehen, keine Meuterei gibt, steht das Team um Martin Wendler 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche bereit und sichert damit eine Systembereitschaft von über 99 Prozent. Auch die aktuellen Themen der Homepage der Berliner Zeitung (BZ) werden dadurch gesichert und so kann jeder von uns ungestört an allen Orten und Zeiten das aktuelle Tagesgeschehen verfolgen.

Nun war es endlich soweit, die Herzstücke des Unternehmens galt es zu erobern, die Serverräume. Von dem ohrenbetäubenden Lärm der Klimaanlagen überwältigt, standen wir vor Wänden voller kleiner blinkender LED-Leuchten. Dies war keineswegs die Brücke des Raumschiffs Enterprise, sondern die neuesten extra für Boreus von DELL produzierten Serveranlagen. Dass das natürlich keine geringe Stromrechnung zur Folge hatte, war uns allen klar. Doch mit 20.000 Euro im Monat hatte keiner gerechnet. Laut Martin Wendler ist Boreus somit der zweitgrößte Stromverbraucher der Hansestadt nach der Volkswerft. Doch sollte der Strom mal wieder ausfallen, gehen keineswegs die Lichter aus, dafür steht ein eigens umgebauter leistungsstarker Schiffsdieselmotor bereit.

Von so viel neuen Eindrücken und Erfahrungen beflügelt, wendeten wir uns nun wieder unserem trockenen Theorieunterricht zu. Allerdings wissen wir nun, dass wenn wir bei Bon Prix etwas online bestellen wollen, jemand in Stralsund sitzt und aufpasst, dass die Bestellung in den Weiten des World Wide Web nicht verloren geht. Carsten Wolf, 13. Klasse Fachgymnasium Wirtschaft

 

 

 

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