Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Bloßstellung

06.10.2014, Hans Brandt, Banzkow

Er heißt Ingo Steuer und ist allen Deutschen und auch im Ausland vielen als erfolgreichster deutscher Eiskunstlauftrainer bekannt. Er hat Irina Sawtschenko und ihren Partner Robin Szolkowy zu fünf WM- und vier EM-Titeln geführt. Aber in den Medien wird er selten dargestellt und auch sonst ist es ruhig um ihn.

In einem kleinen Zeitungsbericht aus Chemnitz, der Heimstatt Steuers, wurde er, der bis dato von Wettbewerbseinnahmen der Crew existierte, dieser Tage zitiert: »Ich habe seit April ohne Geld gearbeitet, die Flüge und die Unterkunft für den USA-Aufenthalt bezahlt. Aber ohne Bezahlung kann ich nicht arbeiten.« Da ist die Trennung vorprogrammiert, die Trennung von seinen Eiskunstlaufschützlingen. Aljona Schewtschenko betonte indes: »Wir wollen mit Ingo Steuer trainieren, haben aber jetzt kein Geld.«

Und wer sitzt auf dem Geld? Es ist das Bundesministerium des Inneren., das seit 25 Jahren (!) Ingo Steuer verfolgt und der Deutschen Eislaufunion verbietet, Ingo Steuer unter Vertrag zu nehmen und ihn entsprechend zu bezahlen. Seit 25 Jahren, seit der Einheit, seitdem Ingo Steuer, der einmal Jugendweltmeister der DDR im Eiskunslauf war, sich als IM geoutet hatte. Wahrscheinlich sollte er die DDR-Eiskunstlaufelite bei Wettbewerben im kapitalistischen Ausland vor Abwerbungsversuchen schützen. Sonst hatte er nichts »verbrochen«.

Die Deutsche Eislauf-Union drängte auch noch in diesen Tagen das Innenministerium diesen Skandal zu beenden. Es ist nichts passiert.

Und dieser IM-Verfolgsungswahn, wahrscheinlich tausender Menschen, vergiftet diex Atmosphäre im vereinigten Deutschland auch in seinem 26. Jahr. Es ist an der Zeit, dass der Gauckbehörde das Recht entzogen wird, faktisch wie ein Strafverfolgungsorgan zu gelten und von einem Innenministerium als letzte Instanz angesehen zu werden. Der Fall Ingo Steuer stinkt zum Himmel und steht für viele.

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