Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Bitterer Beigeschmack

13.04.2012, Reiner Luchterhand, Weisin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Sie mögen Herrn Gauck nicht?"
im Schweriner Blitz vom 08.04.2012

Die Person, die diesen Leserbrief geschrieben hat, möchte ihren Namen öffentlich nicht nennen.

Es ist nicht mein Anliegen, mich mit den Auffassungen dieser Person zu Diktaturen, Lebensleistungen und deren Verhältnis zu Diktaturen auseinander zu setzen. Ich finde es jedoch erbärmlich, sich in der Anonymität zu verstecken und solche Aussagen zu treffen wie: »Die Verbindung von Diktatur und Lebensleistung kann nur von Leuten kommen, die Herrn Gauck nicht mögen, weil er ihre dunkle Vergangenheit ans Licht bringt.« Die von der unbekannten Person gewählte Form zur Auseinandersetzung mit anderen Meinungen und Auffassungen ist unaufrichtig und hat einen bitteren Beigeschmack. Entweder stehe ich mit meinem Namen öffentlich für meine Aussagen ein oder ich verzichte ganz auf öffentliche Äußerungen.

Warum bringen Sie, Herr oder Frau Unbekannt, Ihren Namen nicht an das Licht? Haben Sie eine dunkle Vergangenheit zu verbergen?

Auch finde ich es in diesem Zusammenhang schon als sehr dreist, die Redaktion belehren zu wollen, welche Leserbriefe sie veröffentlichen sollte und welche nicht. In einem Land mit dem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung und Pressefreiheit sollte sich niemand anmaßen der Redaktion vorzuschreiben »vor der Veröffentlichung von Leserbriefen deren Inhalt genauer anzuschauen ...«. Wollen Sie Unbekannt eine Zensur einführen und auf diesem Weg nur Ihre Meinung als richtig und wahrhaftig durchsetzen?

Die Auseinandersetzung mit anderen Auffassungen bedarf einer qualifizierten Streitkultur und der Aufrichtigkeit. Beides kann ich bei dem ungekannten Verfasser des angeführten Leserbriefes leider auch ansatzweise nicht erkennen.

 

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