Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Bitte nicht ganz so schwarz sehen

27.12.2017, Wolfgang Mengel, Stralsund
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Warum sind wir so stolz auf uns?"
im Schweriner Blitz vom 20.12.2017

Die Leserzuschrift von Uwe-M. Troppenz aus Parchim (im Portal am 20.12.17) findet meine volle Zustimmung, die genannten Tendenzen sind ja leider nicht von der Hand zu weisen. Aber auch daran tragen wir selbst einen Teil der Schuld, dass es so ist. Aber nicht generell. Wir haben noch Werte, die lebens- und übertragenswert sind, und es liegt an uns, ob sie uns weiter erhalten bleiben bzw. wir sie auch erhalten wollen. Zwei Beispiele: Am Sonnabend vor Heiligabend wurde vom Neumarkt in Dresden (unmittelbar vor der Frauenkirche) eine Weihnachtsvesper übertragen, an der 21.000 Menschen teilnahmen. In völliger Ruhe und Besinnlichkeit standen die Menschen eng beieinander auf dem Platz und erfreuten sich an Worten und Bläser- und Chormusik. Zum Abschluss fassten sich alle an der Hand und wünschten sich frohe Festtage. Am gleichen Abend trafen sich ca. 30.000 Menschen im Stadion „An der Alten Försterei“ in Berlin (Stadion des 1. FC Union Berlin). Seit 13 Jahren ist es dort Tradition, gemeinsam Weihnachtslieder zu singen, sich die Weihnachtsgeschichte anzuhören und den Weihnachtsliedern des Chores zu lauschen bzw. selbst mitzusingen, denn alle hatten ein Textbuch in der Hand. Der die Moderation durchführende Stadionsprecher sagte, dass er die Arena noch hätte zweimal verkaufen können, so groß war die Nachfrage nach Karten. Auch sie wünschten sich am Abschluss gesunde Festtage per Handschlag. Auffällig war, dass bei beiden Veranstaltungen alle Generationen vertreten waren, sehr viele Eltern brachten ihre Kinder mit, um sie an diese sehr schönen Traditionen heranzuführen. Und das sind nicht nur Einzelbeispiele. Wir haben wundervolle Werte in unserer Gesellschaft, die die Menschen auch leben wollen. Und es liegt in der Verantwortung einer jeden Familie, der nächsten Generation auch diese Werte zu vermitteln. Und das wurde hier in der Vielzahl der anwesenden Kinder und Jugendlichen mehr als deutlich. Weihnachten wird auf der ganzen Welt gefeiert, natürlich je nach Kultur und Religion immer etwas anders. Und es liegt in der Entscheidung der Zugewanderten, ob auch sie nach unseren Werten leben wollen. Was bei den beiden genannten Veranstaltungen nicht zu übersehen war, war der Wunsch der Menschen nach Frieden, Ruhe und Miteinander, dem sich wohl keiner verschließen kann. Und das gibt Hoffnung, dass sich die Welt zum Positiven verändern lässt.

Wolfgang Mengel, Stralsund

 

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