Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Biogasanlage Welzin...hier wird viel

13.02.2012, U. Sandherr, 17406 Welzin

Zu Beginn möchte ich hier mit Lob und Dank an die Blitz aufwarten, die an dem Thema Biogasanlage in Welzin so lange festgehalten hat, bis deren Geschäftsführung endlich einmal ihre Taktik von den berühmten drei Affen ’’nichts sehen, nichts höre und erst recht nichts sagen’’ aufgegeben hat. Dennoch fand ich die Berichtserstattung nicht zufrieden stellend. Alles was seitens der Betreiber angeführt wurde, scheint für bare Münze gehalten zu werden und die Beschwerden und Bedenken der Welziner, sind damit völlig grund - und haltlos. Denn es wird hier ja nur ''Gutes'' geschaffen.

Jeder Betrieb, der aus welchem Grund auch immer, einen für ihn wichtigen Termin hat, präsentiert sich von seiner besten Seite, egal wie sonst die Realsituation aussieht. Von einem einzigen Besuch, der im Winter stattfindet, wo schon mal keine Anfuhr vom so genannten Input stattfindet, kann sich wohl keiner ein wirkliches Bild von der ganzjährigen Lage und vor allem während des Sommers machen.

Zu Pestiziden und ausbleibender Seeadler (sowie verschmutzten Gewässern lt. ‚OZ-Bericht), kann ich mich mangels Fachwissen leider nicht äußern.

Fakt jedoch ist - der Transportverkehr hat immens zugenommen, und ein nicht unerheblicher Teil der Welziner ist davon betroffen, denn die Abfahrt zur Anlage ist nicht am Ortsanfang sondern eher im Ortskern. Spürbar ist auch, dass die Landstrasse, welche aus Welzin heraus Richtung Usedom bzw. Stolpe führt seit Inbetriebnahme der Anlage zusehends schlechter und Schlaglochreicher geworden ist. Aber es wird ''Gutes'' geschaffen.

Fakt ist ebenso, dass die Anlage je nach Windrichtung mehr oder weniger aber immer zu hören ist. Für Menschen, die Autobahnen, Flughäfen etc. gewohnt sind, mag das ja ''Pillepalle'' sein, aber für uns Welziner eben nicht. Das gleiche gilt für den Geruch, hauptsächlich im Sommer, wo man schon mal gerne die Fenster bei Tag und auch bei Nacht geöffnet haben möchte. Oftmals ist da nicht dran zu denken gewesen. Doch es wird ''Gutes'' geschaffen.

Bezüglich der Monokultur und ihre Folgen… als Hundebesitzerin, die insofern oft und gerne u. a. an der Inselkäserei vorbei Richtung Stolpe läuft, habe ich in den letzten Jahren rund um die Anlage nur eine Anbaukultur ausgemacht – Mais, Mais und nochmals Mais! Keine Spur von Rüben, Raps oder Getreide. Wo das alles herkommt –ich weiß es nicht, aber der Begriff ’’umliegende Felder’’ ist ja schließlich relativ. Aber es wird ja trotzdem ''Gutes'' geschaffen.

Richtig von Herrn Motzko zumindest ist, dass keiner, auch wir Welziner so eine Anlage nicht so knapp vor den Haustüren haben wollen! Meine Wenigkeit mit knapp 100m, andere sind noch näher dran. Lärm, Geruch, Wertminderung der Immobilien, unmittelbar betroffen, wenn es dort je zu einem Fiasko kommen sollte… sooo viel ''Gutes''….

Kein Urlauber, welcher bei uns ausschließlich nach Ruhe und Natur sucht, hat mir bislang zu der Anlage gratuliert, ganz im Gegenteil – pures Unverständnis. Wirtschaftlicher Zweck und Nutzen sollte immer mit einer umsichtigen Wahl des richtigen Standortes einhergehen. Aber wenn nur das liebe Geld zählt und Subventionen winken versagt eben der gesunde Menschenverstand… und manchmal vieles andere auch. Schade eigentlich. Ich kann in all dem nichts Gutes sehen!!

 

U. Sandherr, Welzin

 

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