Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Bildungsfahrt zum Europäischen Parlament nach Straßburg

18.11.2018, Roswitha Schramm, Demen

Auf Einladung der Europaabgeordneten Iris Hoffmann reiste unsere 12-köpfige Gruppe des Bereichs-Seniorenbeirates im Amt Crivitz vom 12.11. bis 15.11.2018 mittels Bus zum Europäischen Parlament nach Straßburg.

Vor Ort erwartet uns ein Besuch des Parlamentsgebäudes inkl. einer Stippvisite der aktuellen Plenardebatte sowie ein Kennenlern-Gespräch mit Iris Hoffmann. Weiterhin sind Stadtführungen durch Straßburg und Colmar geplant.

Durch das umfangreiche Programm der Gruppe führte uns Jana Haak, lokale Assistentin MdEP Iris Hoffmann.

Sie begrüßte uns sehr herzlich am frühen Montagmorgen. Nach einer elfstündigen Fahrt checkten wir im Hotel "Calamus" in Kehl ein (Kehl ist die deutsche Nachbarstadt von Straßburg; die Europabrücke verbindet Kehl mit der Europa-Metropole). Dieser Tag endete mit einem Abendessen vom Buffett und einem Spaziergang durch Kehl.

Der 13.11. begann mit einer zweistündige Stadtführung durch Straßburg (zu Fuß). Unsere Reiseführerin Aileen stellte uns die charmante Stadt direkt an der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich vor.

Das ganze Zentrum der Stadt wurde von der UNESCO aufgrund der wundervollen Architektur zum Weltkulturerbe erklärt. Auf der Altstadtinsel, die von der Ill umarmt wird, befindet sich das Wahrzeichen der Stadt, der Straßburger Münster. Dieser Sakralbau besticht nicht nur von außen mit seinen 144 m Höhe, auch ein Blick in den Innenraum lohnt sich. Die Cathédrale Notre-Dame, wie sie von den Franzosen genannt wird, feierte übrigens 2015 das 1000-jährige Jubiläum. Es ist schon beeindruckend, wie historische Bauten einst mit reiner Muskelkraft errichtet wurden. Auf den Südturm der romanisch-gotischen Kathedrale kann man auch hinauf klettern. Nach 332 Treppenstufen wird man mit einer fantastischen Sicht über die Altstadt belohnt. Direkt am Wahrzeichen Straßburgs liegt der Münsterplatz und zahlreiche malerische Fachwerkhäuser zieren die Umgebung. Hier steht auch das bekannteste Profangebäude der Stadt, das Kammerzellhaus, das heute ein Restaurant beherbergt. In den Gassen des ehemaligen Viertel der Fischer, Müller und Gerber erwacht das alte Straßburg zum Leben. Dicht an dicht drängen sich hier die Fachwerkhäuser des 16. und 17. Jahrhunderts mit Innenhöfen und hohen Spitzdächern, welche sich über die offenen Dachböden spannen, in denen früher die gegerbten Häute zum Trocknen aufgehängt wurden. Was unsere Reiseführerin Aileen uns in zwei Stunden zur Geschichte Straßburgs - vom Mittelalter bis heute - erklärte, war schon beeindruckend.

Mit dem Bus fuhren wir dann von der Altstadt zum Europäischen Parlamentsgebäude. Das Gelände rund um die europäischen Institutionen steht im Kontrast zu der sonst urigen und ursprünglichen Altstadt. Hier reihen sich futuristische und moderne Bauten aus Stahl und Glas aneinander.

Nach dem Mittagessen stand ein Gespräch mit Axel Heyer vom Besucherdienst im Europäischen Parlament auf dem Programm.

Er erläuterte uns, wie das Europäische Parlament „funktioniert“, stellte die "Hauptakteure" vor und die 96 deutschen Abgeordneten und erklärte an Beispielen, was die EU auf den Weg bringt.

Anschließend folgte ein Gespräch mit Iris Hoffmann, Mitglied des Europäischen Parlaments. Sie vertritt seit Mai 2014 das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern im Europäischen Parlament.

Nach diesem Gespräch nahmen wir auf der Besucherinnentribüne im Plenarsaal Platz. Von hier aus konnten wir die Grundsatzrede zur Zukunft der EU unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel live verfolgen. Eine interessante Debatte, die wir leider aus Zeitgründen nicht bis zum Schluß verfolgen konnten. Weiter ging es am Nachmittag mit der Besichtigung des Münsters mit anschließendem Transfer zum Hotel. In Julia's Restaurant ließen wir uns die italienischen Speisen schmecken.

Am 14.11. stand eine Tagestour nach Colmar, der Hauptstadt der elsässischene Weine, auf dem Programm. Die Tagestour begann wiederum mit einer geführten Stadtbesichtigung (zu Fuß). Wieder mit von der Partie unsere Reiseführerin Aileen. Beim Passieren der nördlichen Stadtgrenze fiel uns eine Freiheitsstatue auf. Diese 12 Meter hohe Statue aus Kunstharz ist eine Nachbildung der Freiheitsstatue. Sie wurde im Rahmen der Gedenkfeier des 100jährigen Todestages von Auguste Bartholdi (1834-1904), ein aus Colmar stammender Künstler und Erfinder der Freiheitsstatue aufgestellt.

Unser Spaziergang führte uns durch das historische Zentrum von Colmar. Vorbei

am Unterlindenmuseum mit seinem weltberühmten Isenheimer Altar,

am Permanenter Terroir Markt,

am Haus Pfister mit seinem Eckerker auf zwei Etagen, seiner Holzgalerie, seinem achteckigen Türmchen und seinem Mauerband, das biblische und weltliche Szenen zeigt,

am Bartholdi Museum, Geburtshaus des Schöpfers der Freiheitsstatue,

an der Stiftskirche St. Martin - ein Hauptwerk der gotischen Architektur im Elsass,

an der Dominikanerkirche - ein Hauptwerk der Architektur des Bettelordens.

Nach diesem zweistündigen Spaziergang ließen wir uns das Drei-Gänge-Menü im Restaurant "Meistermann" schmecken.

Ein Rundgang im Unterlindenmuseum folgte an Nachmittag. Aileen erklärte uns hier die Herkunft und Funktion des berühmten Isenheimer Altars.

 

Der anschließende Transfer nach Kehl führte uns zunächst von Colmar über die Weinstraße nach Straßburg. Wir fuhren vorbei an herausgeputzten Weindörfern und Weinbergen. Der Blick auf die Burgen entlang der Weinstraße und auf die Vogesen selbst war uns durch den Nebel nicht vergönnt. Wir erfuhren viel über elsässische Spezialitäten und typische Weinsorten, wie Riesling, Sylvaner und Gewürztraminer.

Zurück im Hotel ließen wir uns das Rindersteak schmecken und den Abend mit einem guten Tropfen ausklingen.

 

Am 15.11., um 8.00 Uhr rollte dann unser Bus wieder Richtung Heimat.

Wir bedanken uns recht herzlich bei unserer Europaabgeordneten Iris Hoffmann und ihrer lokalen Assistentin Jana Haak für diese interessante und gut organisierte Bildungsfahrt.

 

 

i. A. Roswitha Schramm

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.