Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Biber oder Bässe

11.09.2018, Carsten Wolters, Braunschweig

Eine lautstarke Dauerbeschallung durch das »Indian Spirit Festival« in Eldena macht mir eine Widersprüchlichkeit deutlich. Zum einen lockt die Griese Gegend erfolgreich mit viel Natur, Ruhe und gastfreundlichen Menschen. »Lassen Sie die Seele an einem der zahlreichen Flussläufen oder in einem Café baumeln.« So wird die entdeckungswerte Region von Tourismusverbänden, Landkreisen und Gemeinden beworben. Doch wie kann dies gelingen, wenn jährlich mehrere Festivals genehmigt werden, die – so wie am Wochenende in Eldena – von 22 Uhr bis zum nächsten Tag um 10 Uhr nonstop ganze Landstriche mit einem Lärmteppich überziehen? Ich mag mir eine abendliche »Bibertour« auf der Elde nicht vorstellen, während laute Bässe aus Lautsprechertürmen mich begleiten. Ich habe durchaus Verständnis für die betriebswirtschaftliche Bewertung der Verpächter der Felder, ebenso für die Gastronomie (falls diese von den Teilnehmern überhaupt frequentiert werden) u. dem Einzelhandel. Nach meiner Einschätzung ist die touristische Entwicklung nachhaltiger, da viele davon profitieren und das Geld in der Region bleibt. Festivals, wie das in Eldena bringen nur für einen kleinen Kreis kurzfristige (und verlockende) Gewinne. Demgegenüber steht der Schaden, wenn Touristen wegbleiben und sich das Image einer schönen, aber lauten Gegend festsetzt. Die Verantwortlichen der Landkreise und Gemeinden sollten sich entscheiden. Auch im Sinne der vielen, die sich auf den Weg gemacht haben, die Griese Gegend lebens- und besuchenswert zu gestalten.

Carsten Wolters, Braunschweig, z. Z. im Urlaub in der Griesen Gegend

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.