Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Betroffenheit als Dauerreaktion

24.02.2016, Karl Heinz Fehrmann, Schwerin

Nach den verurteilungswürdigen Gewaltakten in Sachsen, stehen die Politiker wieder da und halten ihre platten Betroffenheitsreden. Sie demonstrieren einmal mehr, wie unfähig sie sind, die Stimmung im Volk und die wirkliche Lage zu verstehen. Wenn mehrere Meinungsforschungen ergaben, dass rund achtzig Prozent der Deutschen sagen - so geht es mit der Flüchtlingspolitik nicht weiter, wir wollen eine Änderung-, dann hat die Regierung die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, diese Meinungen ernst zu nehmen und nicht alle Gegner dieser Flüchtlingspolitik in eine rechte Ecke zu stellen.

Mit ukermärkischer Sturheit beharrt Frau Merkel darauf, sie habe recht und alle anderen sind Ausländerfeinde. Dabei ist doch ganz offen sichtbar, dass diese, ihre, Politik, Europa und Deutschland in eine tiefe Krise geführt hat. Noch nie war Deutschland seit 1945, international so isoliert. Selbst die bisher Gutwilligen, wie Frankreich, Österreich u.s.w., distanzieren sich, machen eigene Lösungen und lassen eine europäische Lösung zur Utopie werden. Frau Merkel paktiert deshalb mit dem türkischen Verbrecher Erdogan, der ihr Problem lösen soll. Und das tut er denn auch auf seine Weise, indem er die Kurden zu vernichten sucht. Inzwischen ringt er der EU ein Zugeständnis nach dem anderen ab, um seinen Traum von einem osmanischen Großreich, ein Stück näher zu kommen. Noch nie war die deutsche Gesellschaft so tief gespalten, wie sie es gegenwärtig ist. Die Politik will das einfach nicht wahr haben, und meint, alles sei nur rechte Gesinnung einiger Wenigen.

Noch nie war eine deutsche Regierung so zerfahren, wie die gegenwärtige. Jeden Tag wird eine andere Sau durchs Dorf getrieben, ohne Wirkung. Jede Partei behauptet, den Weg zu haben, der das Problem löst, aber am Ende kommt immer nur – Wir müssen, wir müssen - ohne das etwas geschieht. Statt mit dem Finger auf das Volk zu zeigen, sollte die Regierung sich einmal an Bert Brecht erinnern, der einst doch schrieb »Wenn der Regierung ihr Volk nicht mehr gefällt, dann soll sie sich doch ein anderes Volk suchen."

Karl-Heinz Fehrmann, Schwerin

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