Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Beseelte Wesen

26.01.2017, Astrid Suchanek, Rostock
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Leserbriefe"
im Rostocker Blitz vom 22.01.2017

Jede Woche bin ich gespannt auf die neuen Leserbriefe und freue mich über die qualifizierten Beiträge zu den Themen, die uns alle angehen. Die Erlebnisberichte über die letzten Kriegstage der Leser G. und F. haben wohltuend aufgeräumt mit den einseitigen und die Wahrheit verschweigenden Darstellungen über die Soldaten der Roten Armee, wichtig gerade jetzt bei der medialen Hetze gegen Russland. Auch mir wurde von dem freundlichen und hilfsbereiten Umgang der Sowjetsoldaten mit der Bevölkerung berichtet. Das war Befehl. Es gab nicht nur Ostpreußen. Sehr treffend und größte Zustimmung auch zu dem teils satirischen Beitrag "Es wurde auch Zeit" über den Mindestlohn, diese Schande der Arbeitsmarktpolitik - perfekte Kommentierung der skandalösen Politik der "Volksvertreter" durch den Leser K. Besonders liegt anderen Lesern - wie mir - das Elend der Tiere am Herzen. Eine Kulturschande, daß Missstände wie in "Du armer Hund" von R. Sch. und "Das passt nicht mehr" von I. M. heute noch immer - trotz des Tierschutzgesetzes - aufgegriffen werden müssen.

Überall auf der Welt werden die Tiere zu Maschinen, Sklaven und Sachen degradiert, die man ausbeuten, massakrieren und ermorden dürfte, wie man gerade Lust hat. Die Tiere sind aber keine Maschinen zu unserem maßlosen Ge- und Missbrauch, sondern beseelte Wesen - nicht wie der Mensch, dem fehlt in der Regel diese Seele. Skrupellos vernichtet der Mensch die Natur und die Tiere, er versklavt die Tiere schamlos, und was gibt er ihnen für ihre Ausbeutung zurück? Menschen schämen sich nicht, das Fell der Tiere zu tragen, sie zu jagen, zu angeln, zu schlachten u. zu essen, sie für Stier"kampf" zu quälen, verlogen für eine dubiose Wissenschaft zu foltern, den Tierkindern ihre Milch wegzutrinken, den Müttern ihre Babies wegzunehmen, die Pferde als Rennmaschinen und für die Kutschen zu missbrauchen usw. usw. - alles üble Tierquälerei, die Liste der Verbrechen an den Tieren ist unendlich. Die Menschen halten Mio. Katzen, Vögel, andere Tiere und Hunde, die oft genug unter der "Obhut" der "Krone der Schöpfung" elend dahinvegetieren. Viele Tiere haben das Glück, in gute Hände zu geraten und als Familienmitglied geliebt zu werden. Millionen von ihnen aber haben das Glück nicht. Die Straßen der Welt sind voll von ausgesetzten hungernden u. jetzt frierenden Hunden und Katzen. Grauen- und massenhaft werden sie von den Behörden ermordet, vor allem zu Sport- u. Kulturereignissen. Von unseren Politikern ist da sowieso nichts zu erwarten, aber was sind das für Sportler und Künstler, die keinen Einfluss nehmen, wenn sie wissen, dass vor allem so viele Hunde quasi wegen ihnen sogar lebendig verbrannt werden wie jetzt wieder wegen des ESC in der Ukraine?

In Rostock erlebt der Tierfreund, dass es nicht anzusehen ist, wie die Leute ihren Hund am Halsband durch die Stadt zerren, statt ihnen ein Geschirr anzulegen. Welcher Mensch will am Halsband durchs Leben gezerrt werden? Durch das Gezerre können die Tiere Schäden an der Halswirbelsäule erleiden, ihnen wird, besonders schlimm bei den Qualzuchten, die Luft abgeschnürt, macht alles nichts. Da werden Hunde "erzogen", dass einem schlecht wird und das auch noch nach Anleitung von sog. Hundetrainern. Hunde werden vor dem Urlaub ausgesetzt, das ist nun das allerletzte. Das Elend der Katzen sieht keiner, es ist nicht kleiner.

Draußen vor einem Geschäft bindet man seinen Hund an, obwohl man weiß, dass das große Verlassensangst hervorruft. Der Hund weiß ja nicht, dass der Mensch wiederkommt. Republikweit werden Hunde und Katzen gestohlen, macht auch nichts. Man selber landet ja nicht im "Versuchs"labor oder bei Tierquälern. Das eigene Kind bindet man auch nicht draußen an, aber "das is ja was andres". Nein, das ist nichts Anderes. Ein Tier ist uns ausgeliefert und auf unsere Fürsorge angewiesen. Wir sind verantwortlich für das beste Wohlergehen unserer Tiere. Auch erkennen viele Hundebesitzer nicht, dass ihr Hund kein Wild-, sondern ein Haustier ist und gerade hier im Norden vor Wind u. Kälte geschützt werden muss. Besonders Kurzhaarhunde brauchen im Winter Schutz. Man selber zieht ja auch nichts an, wenn man hinaus in die Kälte geht... Damit ist längst nicht alles angesprochen, was die Verantwortung der Menschen für die Tiere betrifft. Man braucht sich doch nur vorzustellen, man selber wäre ein Tier oder jemand anderes, unsere Erde wäre so schön…

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